Die Umbauarbeiten am Betriebsgebäude der Stadtwerke Plochingen haben begonnen. Über den Stadtwerken wird das Tiefbauamt einziehen, im Dachgeschoss sollen drei Mitarbeiterwohnungen entstehen.
Im Jahr 2016 hat die Stadt Plochingen das in den 1980er-Jahren von den Neckarwerken erbaute, an den städtischen Bauhof angrenzende Gebäude Pfostenbergweg 18 erworben, um in mehreren Schritten den Betriebshof der Stadtwerke und den Bauhof neu zu ordnen sowie das Gebäude grundlegend zu erneuern, auszubauen und energetisch zu sanieren. Vor drei Jahren hatte die Stadt dann das Architekturbüro Germaschewski und Straka mit der Voruntersuchung beauftragt, im März 2021 billigte der Gemeinderat den Sanierungsplan. Nachdem im November die Baugenehmigung erteilt wurde, erfolgte nun mit dem Spatenstich der offizielle Start des Bauvorhabens.
Wie der Plochinger Bürgermeister Frank Buß erläuterte, sollen im Erdgeschoss des Betriebsgebäudes mit 415 Quadratmetern Fläche Büros, Umkleide- und Aufenthaltsräume für die Beschäftigten der Stadtwerke entstehen, ferner eine Werkstatt mit Lager. Im ersten Stockwerk sollen auf etwa 270 Quadratmetern Büros für die acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tiefbauamts geschaffen werden. Des Weiteren wurde für künftige Geschäftsfelder wie eventuell eine kommunale Wärmeversorgung, vorsorglich Platz eingeplant. Laut Buß liegt in der Distanz der neuen Unterkunft zum Rathaus zwar ein Nachteil, die größere Nähe im operativen Geschäft der Stadtwerke, des Bauhofs und des Tiefbauamts sei aber ein Vorteil. Zudem sollen im zweiten Stock auf einer Fläche von 230 Quadratmetern drei Betriebswohnungen entstehen. Die Verwaltung verspricht sich davon, Zuwachs zu gewinnen, indem sie „entsprechende Wohnungsangebote für Mitarbeiter in niedrigeren Gehaltsgruppen“ machen kann, so Buß.
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Um einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, ist auf dem Gebäudedach eine Fotovoltaik-Anlage vorgesehen. Das Haus soll über eine Wärmepumpe beheizt werden. Die Stadtverwaltung geht von Baukosten in Höhe von 3,13 Millionen Euro aus, wobei sie einen Zuschuss von 270 000 Euro bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt hat. Über Mieteinnahmen für die Wohnungen und Büroflächen sowie durch Stromerträge soll das Gebäude zumindest teilweise refinanziert werden. In dann folgenden Schritten soll auch der Bauhof modernisiert und energetisch saniert werden.
Den Lieferengpässen vorgebeugt
Vor drei Jahren habe er die „Vision vom Standort“ vermittelt bekommen, sagte der Architekt Wilfried Straka. Weil das Gebäude „auf Felsen gegründet“ sei, habe man sich entschlossen, es zu erhalten, um es im Sinne der Nachhaltigkeit umzubauen. Das Gebäude soll vertikal entwickelt werden und ein Geschoss für das Tiefbauamt obendrauf erhalten. Im Dachgeschoss soll der Wohnraum entstehen. Die Stockwerke sollen über einen Treppenturm erreicht und durch einen Aufzug barrierefrei zugänglich werden. Der Verbandsbauamtsleiter Wolfgang Kissling habe darauf verwiesen, dass man aufgrund des sich dahinter befindenden Bauhofs beide Standorte zusammen ins Auge fassen müsse. Mit dem vorderen Teil werde nun begonnen.
Nachdem zu Jahresbeginn bereits etwa die Hälfte der Arbeiten ausgeschrieben und etwa 50 Prozent der Bauleistungen vergeben wurden, erfolgte nun eine zweite Runde an Ausschreibungen. Trotz Kostensteigerungen und Lieferengpässen im Bausektor sei man, so Straka, „gut aufgestellt“, weil beispielsweise Material teils frühzeitig gelagert wurde. Das lasse darauf hoffen, „den Kostenrahmen einhalten zu können“. Läuft alles glatt, können Stadtwerke und Tiefbauamt in 15 Monaten in ihr neues Zuhause einziehen.
Stadtwerke, Tiefbauamt und Bauhof rücken zusammen
Stadtwerke
Der städtische Eigenbetrieb Stadtwerke Plochingen versorgt die Haushalte und Betriebe mit Trinkwasser und ist teils auch für Parkhäuser und Parkplätze zuständig.
Tiefbauamt
Die Stadtentwässerung gehört zum Aufgabenfeld des Tiefbauamts. Unter seinem Dach befinden sich neben den Eigenbetrieben der Stadtwerke und der Abwasserbeseitigung auch der Zweckverband Abwasser Plochingen-Altbach-Esslingen/Zell sowie der städtische Bauhof.
Bündelung
Die vier Mitarbeiter der Stadtwerke sind derzeit im Gebäude des Bauhofs im Pfostenbergweg untergebracht. Dort sind auch die Lager der Stadtwerke. Das Tiefbauamt mit seinen Mitarbeitern befindet sich im Rathaus II, das an seine Grenzen stößt. Deshalb sollen im umgebauten und erweiterten Betriebsgebäude der Stadtwerke die Stadtwerke, der Bauhof und die Abteilung Tiefbau gebündelt werden.