Der geschasste Leonberger Eventchef spielt am Samstag in der Stadthalle. Das ist schon außergewöhnlich, meint unser Leonberger Redaktionsleiter Thomas K. Slotwinski.
An diesem Samstag geht in der Leonberger Stadthalle ein besonderes Konzert über die Bühne. Elvis tritt gemeinsam mit einem Sinfonieorchester auf. Nein, es ist nicht „der“ Elvis, und es sind auch nicht die Wiener Symphoniker. Aber Nils Strassburg ist bekanntlich ein exzellenter Interpret des „King“. Und das Leonberger Sinfonieorchester braucht sich ebenso nicht zu verstecken. Die Show „Elvis Symphonic“ dürfte ein außergewöhnliches Erlebnis werden.
Außergewöhnlich ist zudem der Hintergrund des Konzerts in der Stadthalle. Eben jene war noch bis ins Frühjahr der Arbeitsplatz von Nils Strassburg. Nicht in seiner Rolle als Elvis, sondern in seinem Hauptberuf als Veranstaltungsmanager der Stadt. Er war der geistige Vater des populären Sommerfestivals Leonpalooza, das mitten in der Corona-Zeit Musik nach Leonberg zurückbrachte und fortan beständig wuchs.
Doch kurz nach Ostern der Knall: Die Stadt trennt sich von ihrem Hallenmanager von jetzt auf gleich. Sogar die Schlüssel seines Arbeitsplatzes muss Strassburg direkt abgegeben, den Rest regeln die Anwälte. Der Oberbürgermeister persönlich, der ihn vor knapp vier Jahren selbst angeheuert hatte, vollzieht den Schnitt. Bis dato hatten Martin Georg Cohn und sein kultureller Vorzeigemann ein persönlich gutes Verhältnis.
Über die Gründe des abrupten Rauswurfs schweigen sich beide Seiten beharrlich aus. Dass Strassburg erkennbar mehr Spaß an seinen Elvis-Auftritten hatte, als an dem harten Geschäft, möglichst viele Buchungen für die Stadthalle zu bekommen, wird eine Rolle gespielt haben. Der einzige Grund für die Trennung dürfte es kaum gewesen sein.
Eine Chance für Josefa Schmid?
Am Samstag kehrt der einstige Veranstaltungschef nun in „seine“ Halle zurück. Das mag manchem ungewöhnlich vorkommen. Doch die Stadt sieht „keinen Zusammenhang“ zwischen dem Auftritt und „seinem beendeten Beschäftigungsverhältnis“. Zumal eine Art Hausverbot letztlich doch gilt. „Als Künstler erhält er Zutritt zu den Räumlichkeiten, die für seinen Auftritt relevant sind“, heißt es aus dem Rathaus. „Dazu gehören die Büroräume der Stadthalle nicht.“
Nils Strassburg ist bekanntermaßen nicht der Einzige, dem der Zugang zu städtischem Terrain verwehrt bleibt. Auch Josefa Schmid ist seit mehr als drei Monaten aus dem Rathaus verbannt. Die Erste Bürgermeisterin wird von ihrem Chef, dem OB, „schwerwiegender Verfehlungen“ bezichtigt. Seither darf sie auf Steuerzahlers Kosten Zwangsurlaub in ihrer bayerischen Heimat machen. Worauf sie aber gar keine Lust hat.
Vielleicht wäre das ja der Weg für Schmid, wieder einen Fuß ins Leonberger Rathaus zu bekommen. Sie bucht als „singende Bürgermeisterin“ ihr altes Büro als Konzertraum - leer steht es ohnehin und Hauskonzerte sind ja gerade in. Der „singende Stadtrat“ Jörg Langer würde ihr gewiss zur Seite stehen.