So sehen Sieger aus: Zum zwölften Mal gehen die Locken in weißen Trikots als Gewinner aus der Rutschpartie. Foto: Eva Herschmann

Die 18. Auflage des legendären Besenhockey-Duells am Neujahrstag hat mit einem 5:3 für das Team Locken geendet. Die Partie für den guten Zweck war bis zum Schluss spannend.

Fellbach - Die Kontrahenten waren bis in die Haarspitzen motiviert. 45 Minuten lang lieferten sich die Besenhockey-Teams der Glatzen und der Locken einen fairen Kampf auf Messers Schneide. Am Ende hatten auf der Eisbahn bei der Lutherkirche die Glatzen Sorgenfalten auf der Stirn. Denn die 18. Auflage des legendären Duells der Fellbacher Besenhockey-Mannschaften ging wieder einmal an die mit Pelz. Es war der nunmehr zwölfte Erfolg der Locken im Benefizspiel mit Straßenschuhen und gestutzten Besen. Fünfmal gingen die Plattenträger als Sieger vom Eis – und wie immer gewinnen die, die vom gespendeten und eingesammelten Geld profitieren.

Die Kontrahenten kämpfen mit Besen und Ball. Foto: Eva Herschmann
An der Eisbahn floss der Glühwein in die eigens für das Ereignis diesmal in Gelb und Schwarz bedruckten Tassen. Wolfgang Schmuck verkaufte Fan-Mützen und Schals sowie ein „A-Block-Stirnband“. Die Helfer am Bandenrand sind ebenso wichtig wie die Leistungsträger auf dem Eis, denn alles fließt in die Spendenkasse. Das Ausschankteam rund um das Wirtspaar Franca und Pit Neumann aus der „Schmiede“ – zapft ehrenamtlich, die Fellbacher Weingärtner stellen ihren Ausschankwagen zur Verfügung. Erika und Manfred Beurer spendieren Jahr für Jahr den Punsch, und Tontechniker Stefan Gerber und seine Crew machen ohne Lohn Musik.

Für den guten Ton sind auch die launigen Moderatoren mit ihren verbalen Haarspaltereien verantwortlich: Uwe Scholz mimte den neutralen Beobachter, Pit Neumann war aufseiten der Glatzen und Joachim Vidrich hielt es mit den Locken. Die Rahmenbedingungen für die Sportler waren fast optimal. Dank dem erstmals aufgespannten Dach gelangte kein Tropfen Regen und keine Schneeflocke aufs Eis – und dank der Austarierung der Sichtverbindungen mithilfe eines Hubwagens hatten die Fans auf den Tribünen eine gute Sicht aufs Spielfeld. Zudem wurde die Eisbahn durch die Überdachung zu einem Stadion mit brodelnder Kessel-Atmosphäre.

Die Stimmung auf dem Eis war aufgeheizt. Das Nachwuchsteam „Löckle“ hatte erst im Penalty-Schießen die „Glätzle“ mit 4:3 haarscharf besiegt. Nun wollten die großen Glatzen das Haar in der Suppe der Locken sein, doch stattdessen standen ihnen alle noch verbliebenen Haare zu Berge. Nach dem ersten Drittel führten die Locken mit 3:0. Es sah nach einem glatten Sieg für die mit Schopf aus, doch die Glatzen ließen sich nicht einfach polieren. Im zweiten und dritten Drittel rasierten sie die Locken und holten auf. „Kellerpelz“ Marc Belser hatte Minuten vor Ende der Partie beim Stand von 3:4 den Ausgleich auf dem Besen, doch statt im Tor landete der Ball in den Armen von Locken-Torwart „LP“ Lukas Frey. „Auch wenn wir wieder nur Sieger der Herzen sind, haben wir gezeigt, dass wir mithalten können“, sagte Pit Neumann.

Am Ende haben sich Glatzen und Locken wieder lieb. Foto: Eva Herschmann
Der scheidende Referee Karl-Heinz Striegel alias „Hoyzer“, der nach mehr als zehn Jahren die Pfeife zur Seite legen will, hatte ein Deutschland-Trikot und einen goldenen Besen zum Abschied bekommen. Thomas Seibold, 51 Jahre, sagte leise Servus und küsste nach dem Schlusspfiff gerührt das Eis. „Ich war von Anfang an dabei, jetzt ist es Zeit aufzuhören, nach dem letzten Training konnte ich mich zwei Tage schier nicht bewegen“, sagte der „Tomba La Bomba“ der Glatzen.

Die rutschige Partie dient nicht nur der Belustigung der gut 1000 Zuschauer, sondern auch dem guten Zweck. Diesmal verteilen die Glatzen und Locken das Geld auf viele Schultern. 500 Euro bekommt der Verein Clowns mit Herz Rems-Murr, für die die Besenhockeyspieler aus Fellbach eine Patenschaft übernommen haben. 1000 Euro bekommt „Wir bitten zu Tisch“, eine Initiative für in Not geratene Bürger in Fellbach, die einmal pro Woche einen Mittagstisch und Gemeinschaft anbietet. 4500 Euro fließen ans Ferienwaldheim der Arbeiterwohlfahrt im Naturfreundehaus auf dem Kappelberg, und alles was darüber hinaus geht, spenden die Freunde an die Aktion 6666 unserer Zeitung.

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