In den Ferien ist das Waldheim voll. Doch sind die Gebäude in die Jahre gekommen und sollen durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Peter Dietrich

Rund 200 000 Euro fehlen dem Evangelischen Kirchenbezirk Bernhausen noch für die Finanzierung des Ferienwaldheims Bernhäuser Forst. Beim Spendensammeln zieht der Kirchenbezirk alle Register.

Bernhausen - Rund 200 000 Euro fehlen dem Evangelischen Kirchenbezirk Bernhausen noch für die Finanzierung des Ferienwaldheims. Jeweils 150 000 Euro für das rund eine Million Euro teure Projekt tragen die Städte Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen bei, 300 000 Euro zahlt die Evangelische Landeskirche und 200 000 Euro der Kirchenbezirk. „Baubeginn ist im Frühjahr 2017, die Eröffnung erfolgt schon wenige Monate später am 30. Juli“, sagt der Waldheimleiter Matthias Gebhardt. Die kurze Bauzeit erklärt sich durch die Schlichtheit des Baus in vorgefertigten Modulen. Weil das Gebäude auf den Waldheimbetrieb im Sommer ausgerichtet ist, braucht es keine Heizung und keine kostenintensive Wärmedämmung. Außerdem ist das grob gerechnet 600 Quadratmeter große Gebäude mit seinen 14 jeweils 25 Quadratmeter großen Gruppenräumen, einem Büro und Werk- und Abstellräumen nicht unterkellert.

Ursprünglich hatte der evangelische Kirchenbezirk an die Sanierung des 1969 mit einem Tagungszentrum errichteten Altbaus gedacht, in dem seither jährlich zwischen 450 und 480 Kinder Stadtranderholung erlebt haben. Die zuerst auf 800 000 Euro berechneten Sanierungskosten stiegen jedoch auf 1,5 Millionen Euro; ein Neubau war die wirtschaftlich günstigste Lösung. Ob die einzelnen Module für den Systembau aus Holz oder aus Beton gefertigt werden, ist noch nicht entschieden. „Ursprünglich war Holz vorgesehen, dann hatten wir uns auf Beton festgelegt, jetzt kommt wieder Holz ins Blickfeld“, sagt der Kirchenpfleger Lothar Stäbler, der sich mit einer Gruppe des Kirchenbezirks auch um Spendensammeln für die fehlenden 200 000 Euro kümmert. Den Betrag wollen sie bis zur Eröffnung zusammen haben.

„Wir gehen in zwei Phasen und einer Parallelaktion dazu vor“, sagt Lothar Stäbler. Momentan befinde man sich noch in der ersten Phase mit Sammeln und Werben bei aktuellen Anlässen. So seien am vergangenen Sonntag beim Benefizessen etwa 2000 Euro Gewinn erzielt worden, und beim Spendenlauf am selben Tag rechne man mit 13 000 Euro. Außerdem habe man Postkarten entworfen, die Kinder vom Waldheim aus an Verwandte schicken. „Für die Kreativen ist die Vorderseite frei. Sie kann mit einem Waldheim-Motiv bemalt werden. Auf der Rückseite stehen kurze Sätze zum Projekt. Die Kinder können ihre Angehörigen dann um Spenden bitten. Für Malfaule ist die Vorderseite mit Ausfüllfeldern bedruckt“, sagt der Kirchenpfleger. Aktionen wie die Errichtung des Neubaus mit lego-artigen Steinen gemeinsam mit den Bürgermeistern dienten der Werbung.

„Im September nach dem Waldheimbetrieb starten wir die zweite Phase, dann wollen wir um Patenschaften werben, die pro Person 500 bis 1000 Euro kosten. Der genaue Betrag wird noch festgesetzt“, sagt Lothar Stäbler. In einer Parallelaktion gehe der Kirchenbezirk auf Großspender zu. „Wir machen das durch persönliche Ansprache“, sagt Lothar Stäbler. Man denke an Summen von 5000 Euro pro Spender. Es könne sich um große Firmen oder Einzelpersonen handeln.

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