Die Wagenhallen sollen einer Wohnbebauung nicht im Weg stehen Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Bezirksbeirat Nord hat sich für das von der Stadt vorgestellte Konzept für die Wagenhallen ausgesprochen. Dazu gehört die weitere Nutzung als Konzerthalle. Die Verwaltung soll Zielkonflikte mit einer künftigen Wohnnutzung allerdings rechtzeitig berücksichtigen, fordert das Gremium.

Stuttgart - Ein klares Ja zum Erhalt der Wagenhallen und ein deutliches Nein zum Konzept der Verwaltung – so hätte der Grundsatzbeschluss des Bezirksbeirats Nord für die Fortführung der Planungen am Montag eigentlich ausfallen müssen. Der Haken: Hätte das Gremium die Konzeptstudie, also die Nutzung als große Konzerthalle und die geplanten Sanierungen, abgelehnt, hätte dies eine Verlängerung der noch bis Ende des Jahres laufenden Interimsnutzung ausgeschlossen und das Ende des Veranstaltungsortes und Künstlerdomizils bedeutet. „Uns muss hier die Quadratur des Kreises gelingen“, fasste Bezirksvorsteherin Sabine Mezger das Dilemma zusammen.

Das Gremium bevorzugt eine reine Wohnbebauung im Rosensteinviertel. Stattdessen laufen die nun vorgestellten Ideen auf eine Mischbebauung hinaus. Für die Bezirksbeiräte erweckt das vorgestellte Konzept den Eindruck, als wolle man zunächst die Neugestaltung der Wagenhallen planen (Kostenpunkt inklusive aller Nebenschauplätze bis zu 30 Millionen Euro) und dann sehen, wie sich das Ergebnis in ein Wohngebiet integrieren lässt. „Sie zäumen das Pferd vom Schwanz her auf“, kritisierte Sebastian Sage (SPD) die Vertreter des Amtes für Liegenschaften und Wohnen. „Sie haben einen ungeheuren Druck aufgebaut und behaupten, es ginge nur so, aber es geht auch anders.“ Mit einer Enthaltung sprach sich der Bezirksbeirat letztlich für den Erhalt der Wagenhallen aus, allerdings unter der Prämisse, dass Zielkonflikte mit der jetzigen und künftigen Wohngebietsentwicklung ausreichend berücksichtigt würden.

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