In der Bahnhofstraße sollen Menschen wohnen und sich gerne aufhalten. Foto: Eibner-Pressefoto/Roger Buerke

Baustellen prägen derzeit das Stadtbild in der Unterstadt Böblingens. Unter anderem entstehen dort Hunderte neuer Wohnungen. Doch was ist der Plan dahinter?

Die Böblinger Unterstadt ist im Wandel. Als Teil der Innenstadt – zusammen mit dem Stadtgarten und der Altstadt – kommt ihr städteplanerisch besondere Bedeutung zu. Doch geht der Ausbau mit Hunderten neuer Wohnungen und Geschäften im Erdgeschoss von Gebäudekomplexen in die richtige Richtung? Ja, sagen Dietmar Weber und Carmen Stark vom Böblinger Amt für Stadtentwicklung und Städtebau.

 

„Wir wollen nicht alles um den Marktplatz herum bauen, sondern jeden der drei Innenstadtteile in seiner Qualität weiterentwickeln“, sagt Stark, Referentin für Integriertes Stadtentwicklungskonzept und Flugfeldkoordination. Das Ziel ist es, aus der Innenstadt ein attraktives, belebtes Zentrum zu machen – anstatt einer autogerechten Stadtmitte. Und dazu gehörten eben auch Wohnungen.

Fußgängerachse vom Elbenplatz aufs Flugfeld

Diese Zielsetzung ziehe sich seit gut 40 Jahren durch die Arbeit der Stadtplaner. „In den 80ern hatte man zwar gute Einkaufsstraßen, aber auch einen Haufen Verkehr“, sagt Amtsleiter Weber. Das wolle man ändern. Die Bahnhofstraße ist nun seit mehr als zehn Jahren keine Autostraße mehr. Die Stadtgrabenstraße soll folgen. „Wir werden dabei von Land und Bund mit mehreren Millionen unterstützt.“ Man habe Glück, dass der Gemeinderat fortschrittlich denke und nicht nur den Bestand erhalten wolle.

Phase eins des Umbaus der Innenstadt ist schon gut gediehen, mit dem Umzug des Busbahnhofs und der Neugestaltung des Bahnhofs plus Unterführung – und jetzt mit der Neugestaltung der Bahnhofstraße. Beim Thema Bahnhofstraße geht es darum, eine „neue Meile Böblingen“ zu schaffen. Dabei müsse allerdings immer die Erweiterung in beide Richtungen auf das Flugfeld auf der einen und über die Stadtgrabenstraße auf der anderen Seite mitgedacht werden – eine Fußgängerachse.

Wohnen und Einkaufen in der Innenstadt

„Durch die Brücken und Unterführungen hat Böblingen eine schwierige Stadtstruktur“, erläutert Amtsleiter Weber. Aber eben die habe man sich auch zu Nutzen machen wollen – zum Beispiel durch die Unterführung am Bahnhof. Weber lobt die beleuchteten Wände und den breiten Gang, der das Bahnhofsviertel mit dem Flugfeld verbindet. „Dieser neue Stadtteil ist unsere große Chance, den Bahnhof noch mehr in die Stadtmitte zu rücken“, sagt Weber. Und er mache sowohl das Flugfeld als auch die Innenstadt gerade für Pendler zu einem attraktiven Wohnort.

Und um diesen noch attraktiver zu machen, gehe es darum, Händler in die Bahnhofstraße zu holen. Darum sind auch in so gut wie allen der zahlreichen Neubauprojekte in der Unterstadt Ladenflächen vorgesehen. „Wir hätten es noch lieber, wenn es kleinteiligere Läden wären und nicht so große Flächen“, sagt Stark. Aber das könne sich ja noch entwickeln.