Der Bietigheimer Erfolgsrapper Bausa hat sich in der Stuttgarter Porsche-Arena von rund 6000 Fans feiern lassen. Unter den vielen Gästen, die er auf der Bühne begrüßt, ist noch ein weiterer Bietigheimer.
Es ist fast ein Heimspiel für Bausa, am Samstagabend in der Porsche-Arena: Der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Julian Otto heißt, 1989 geboren wurde und vor sechs Jahren die erfolgreichste deutschsprachige Hip-Hop-Single ablieferte, kommt aus Bietigheim-Bissingen. Und natürlich ist Bietigheim-Bissingen da, beim Konzert in Stuttgart: Die Arena ist mit fast 6000 Besuchern mehr als gut besucht, lokalpatriotische Sprechchöre schwellen auf den Rängen immer wieder an, fast so, als wäre das Konzert ein Fußballspiel.
Dann steigt er hinab ins Publikum
Dabei ist Bausa keiner von den harten Rappern – im Gegenteil: Sein Hip-Hop hat einen entspannt souligen Flow, sein Stil ist oft mehr Gesang, seine Themen sind die glückliche oder unglückliche Liebe, das Leben in der Stadt und der melancholische Alkoholkonsum. Er singt mit rauer, lässiger Stimme: „Ich kompensier’ die Trauer mit kontrolliertem Konsum.“
Man darf sich sicher sein, dass es Bausa dabei sehr gut geht und dass er alle liebt. Er kündigt eine Reihe gefühlvoller Songs an und erscheint dazu auf einer kleinen Vorbühne, steht am Keyboard. Der Schlagzeuger, der ihn auf der Hauptbühne begleitet, wird dort zum Cajón-Spieler. Den introvertierten Ton beherrscht Bausa so gut wie den der Partystimmung. Bald wird er wieder auf der anderen Bühne stehen und sagen: „Ich will mich nicht beschweren, aber ich bin hier in der Heimat, und ich hab hier noch keinen Kreis gesehen. Für den nächsten Song brauche ich einen Kreis.“ Und Bausa steigt hinab ins Publikum und sorgt selbst dafür, dass dort ein softer Moshpit Drehung aufnimmt.
Freunde aus alten Tagen
„Bei mir gibt’s nicht viel Schnickschnack und so“, das sagt er außerdem. „Bei mir gibt’s nur mich und mein Mikrofon“ – und außerdem den Schlagzeuger. Dessen Sound mischt sich mit harten, trockenen Beats, sehr kräftigen Bässen. Viele Songs stammen vom aktuellen Album „Der Letzte macht das Licht aus“, erschienen im September, viele Klassiker aus Bausas noch junger Karriere sind mit dabei. Er zieht sein T-Shirt aus uns wirft es in die Menge, er tanzt. Und er hat viele Gäste auf der Bühne der Porsche-Arena: Immer wieder mal schließt sich ihm ein Freund aus alten Tagen an, und schließlich ist es Rin, ein Bietigheimer, der auch schon drei Alben veröffentlicht hat. Gemeinsam singen sie „Keine Liebe“ und covern dabei ein bisschen die Deutschpop-Band Echt. Das große Publikum geht geschlossen in die Knie, springt auf, Pyroeffekte schießen empor, und ganz zuletzt tanzen alle seine Freunde mit Bausa auf der Bühne.