Für den Neubau der Gemeindehalle unterhalb der alten müssen auch einige der Sportanlagen verlegt werden. Foto: Ralf Poller/Avanti

Kirchberg hat viel vor. Das wird dazu führen, dass man wohl spätestens 2027 erstmals seit Jahren Schulden machen muss.

Falls die Gemeinde einen Fehler gemacht haben sollte, dann wäre es der, in Zeiten von Niedrig- und Negativzinsen Geld auf der hohen Kante zu haben und mit den gestiegenen Zinsen und Baukosten in zwei Großprojekte zu investieren. Doch weder in der Verwaltung noch im Gemeinderat sitzen Hellseher, zudem brauchen Bauprojekte einfach ihre Zeit.

 

Über die Gemeindehalle war schon seit Jahren immer wieder diskutiert worden. Klar war, dass der Bau aus dem Jahr 1970 nicht mehr zeitgemäß ist und auch in energetischer Hinsicht aus heutiger Sicht eine ziemliche Katastrophe. Unklar war jedoch, ob eine Sanierung oder ein Neubau besser wäre. Auch die Abstimmung im Februar vor zwei Jahren war knapp ausgefallen– vier der anwesenden Gemeinderäte hatten für eine Sanierung gestimmt, sieben für einen Neubau. Hätte man damals schon geahnt, welche Kosten damit auf die Gemeinde zukommen würden, wäre das Ergebnis vielleicht ein anderes gewesen.

Doppelt so teuer wie die erste grobe Schätzung

Bei einer ersten, allerdings sehr groben Schätzung war man von Kosten zwischen fünf und acht Millionen Euro ausgegangen. Aktuell kalkuliert man mit knapp 13,5 Millionen, es gibt aber auch Fördermöglichkeiten von etwa 2,1 bis 2,6 Millionen Euro. Die Kosten für die Wärmeversorgung der umliegenden Bestandsgebäude – Schule und Sporthalle werden derzeit aus der Heizzentrale in der Gemeindehalle mit versorgt – sind da noch nicht einmal einkalkuliert, da nicht bekannt. Enthalten sind dagegen die Kosten für die Sportanlagen, die wegen des Neubaus umziehen müssen.

Dafür bietet die neue Gemeindehalle, die im Südosten der bisherigen, während der Bauzeit weiter nutzbaren Halle errichtet wird, aber auch einiges. Sie ermöglicht sowohl kulturelle als auch sportliche Veranstaltungen, hat zwei Vereinszimmer, Umkleide- und Sanitärräume mit bodengleichen Duschen, eine für 60 Musiker ausreichende Bühne und eine Nebenbühne, zudem eine Küche und eine Mensa für die Schule, die im Foyer zu finden ist. Im Sportbereich sowie in den Vereinszimmern wird Parkett verlegt, wobei das Sportbodenparkett einen elastischen Untergrund hat. Anders als die bisherige ist die neue Halle barrierefrei zugänglich. Einmal von der in den Hang gebauten Nordseite - dieser Zugang führt ebenenerdig in den ersten Stock. Der deutlich größere Eingang mit großem Foyer ist im Erdgeschoss auf der Westseite. Außerdem gibt es Nebeneingänge für Sportler und Vereine.

Der Neubau soll umweltfreundlich werden

Zur Heizung der neuen Gemeindehalle sind zwei Wärmepumpen in Verbindung mit einer Fußbodenheizung vorgesehen, lediglich auf der Bühne wird es Heizkörper geben. Gebäudeautomationstechnik sorgt für die Luftzufuhr und Raumtemperaturregelung. Das Dach wird begrünt und zudem mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, damit möglichst viel des benötigten Stroms selbst erzeugt werden kann. Nachhaltig ist auch die Fassadengestaltung. Geplant ist hier eine Holzfassade aus Weißtanne, die vorbewittert und schon bei der Montage leicht angegraut werden soll, damit man die Alterung nicht so sieht. Halten soll sie mindestens 50 Jahre. Baubeginn der neuen Halle soll im März 2025 sein, die Übergabe ist für den Dezember 2026 geplant.

Noch hat man Rücklagen

Kleiner und preiswerter, aber ebenfalls bedeutend ist das zweite große Bauprojekt der Gemeinde: die Modernisierung und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses, in dem künftig auch das DRK untergebracht werden soll. Für die Sanierung und die Erweiterung kommen hier rund 1,9 Millionen zusammen, von denen die Gemeinde dank Fördermitteln aber wohl nur 1,2 Millionen selbst stemmen muss. Da man in der Vergangenheit sparsam gewirtschaftet hat, muss man dennoch vorerst keine Schulden machen. Weil aber auch Leitungen saniert werden müssen, werden bis 2027 insgesamt rund 21 Millionen in Kirchberg investiert. Und spätestens 2027 muss man dann wohl Schulden machen.