Bauknecht Hausgeräte Aus für Bauknecht in Schorndorf

Von Imelda Flaig 

Bauknecht-Chef Jens-Christoph Bidlingmaier:  Das Entwicklungszentrum in Schorndorf wird zum Jahresende geschlossen. Foto: Bauknecht
Bauknecht-Chef Jens-Christoph Bidlingmaier: Das Entwicklungszentrum in Schorndorf wird zum Jahresende geschlossen. Foto: Bauknecht

Bauknecht kommt künftig ganz aus dem Ausland. Nach der Produktion wird jetzt auch die Entwicklung aus Deutschland abgezogen. Damit endet die Ära Bauknecht in Schorndorf.

Stuttgart/Schorndorf - Ende des Jahres wird der zum US-Konzern Whirlpool gehörende Hausgerätehersteller Bauknecht sein Entwicklungszentrum mit rund 100 Mitarbeitern in Schorndorf schließen. Der Standort Stuttgart, wo die Bauknecht Hausgeräte GmbH ihren Stammsitz hat, ist davon nicht betroffen, wie ein Unternehmenssprecher sagte. In Deutschland und Österreich beschäftigen Bauknecht und die Whirlpool-Tochter Indesit etwa 400 Mitarbeiter, der Großteil davon n Stuttgart.Etwa 40 Beschäftigte sind es in Österreich. Künftig bleiben noch der Stammsitz und die Marke Bauknecht im Inland.

„Wir versuchen, den Mitarbeitern Ersatzarbeitsplätze innerhalb des Konzerns anzubieten“, sagte Bauknecht-Geschäftsführer Jens-Christoph Bidlingmaier der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Mit Blick auf das Ende der Entwicklung hob er zudem hervor, es sei „nicht entscheidend, wo entwickelt wird“. Für die Marke Bauknecht gab er sich zuversichtlich. Deren Präsenz soll in Deutschland und Europa ausgebaut werden. 2015 kann sich Bidlingmaier, der seit knapp einem Jahr an der Bauknecht-Spitze steht, einen „zweistelligen“ Marktanteil im Inland vorstellen. 2014 waren es acht Prozent – bei insgesamt etwa 15 Millionen verkauften Haushaltsgeräten in Deutschland.

Mit der Wirtschaftskrise kamen Schwierigkeiten

Bauknecht entwickelt, fertigt und vertreibt Hausgeräte rund um die Themen Kochen, Backen, Spülen, Waschen, Trocknen, Kühlen und Gefrieren.

In Schorndorf war bereits im Jahr 2012 die Produktion von Waschmaschinen eingestellt worden. In Glanzzeiten wurden dort im Dreischichtbetrieb bis zu 900 000 Waschmaschinen im Jahr gefertigt – große Frontlader vom Typ Access für den amerikanischen Markt. Mit der Wirtschaftskrise und dem für Exporte damals ungünstigen Dollarkurs kam das Werk in zunehmende Schwierigkeiten. Mit dem Aus für das Entwicklungszentrum endet damit die Ära Bauknecht in Schorndorf. Seit 1958 hatte Bauknecht dort produziert und zeitweise mehr als 1000 Beschäftigte in dem Werk.

Viel verspricht sich Bauknecht offenbar auch von der Zusammenarbeit mit der Whirlpool-Tochter Indesit, um Kosten zu senken. Der italienische Hausgerätehersteller Indesit gehört seit Dezember 2014 zu Whirlpool. Viele Plattformen der Italiener seien in Europa sehr fortschrittlich, wird Bidlingmaier zitiert. Ein Beispiel für eine künftige Kooperation könnte demnach ein Waschtrockner sein. Waschen und Trocknen in einer Maschine werde nachgefragt. Das habe Bauknecht noch nicht im Programm, so der Bauknecht-Chef, der seit März 2015 auch Chef von Indesit Deutschland ist.

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