In dem Göppinger Wohngebiet Hohenstaufenstraße/Dürerstraße sind die Baukräne förmlich aus dem Boden geschossen. Foto:  

In mehreren Göppinger Vierteln klaffen neuerdings große Baugruben. Dort sollen später einmal hunderte Menschen wohnen: am Friedhof, im Hailing und im Bartenbacher Ortskern.

Göppingen - Fast gleichzeitig hat an mehreren Stellen im Göppinger Stadtgebiet der Bau von größeren Wohnungsbau-Vorhaben begonnen. Die größten Umwälzungen gibt es derzeit unterhalb des Hauptfriedhofs. In dem 21 000 Quadratmeter großen Wohngebiet Hohenstaufenstraße/Dürerstraße sind – nach acht Jahren Planung – die Baukräne in den vergangenen Wochen förmlich aus dem Boden geschossen.

 

Einige freistehende Eigenheime sind schon weit gediehen. Die Bagger und Bauarbeiter haben außerdem mit dem Aushub für die Mehrfamilienhäuser begonnen, in denen ganz im Norden des Gebiets 72 Miet- und Eigentumswohnungen sowie eine Tiefgarage mit 86 Plätzen untergebracht werden sollen. Bauherren sind die Städtische Wohnbau (WGG) und die Stuttgarter Genossenschaft Flüwo, Planer ist der Göppinger Architekt Klaus von Bock. Begonnen hat auch der Bau von 13 Reihenhäusern im zentralen Bereich des Baufeldes. Diese Gebäude errichtet die Firma Holzbau Göser als Generalunternehmer im Auftrag des Bauträgers MK Projektentwicklung. Das Aufstellen der ersten Häuser läuft. Die Eigenheime werden „in moderner und energieeffizienter Holzrahmenbauweise errichtet“, sagt Klaus Göser, Geschäftsführer der Holzbaufirma. Das Gesamtprojekt besteht aus zwei Reihen mit je vier Häusern und einer Reihe mit fünf Gebäuden. Die Nachfrage sei enorm, bestätigt Marlies Doerffer von der Immobilienabteilung der Kreissparkasse, die die Vermarktung übernommen hat. „Der erste Bauabschnitt ist bereits ausverkauft“.

Das Interesse ist groß, die Lage angespannt

Und die Häuser der weiteren Bauabschnitte seien schon weitgehend reserviert – obwohl die Bauherren wegen der angespannten Lage in der Baubranche derzeit weder einen Fertigstellungstermin noch verbindliche Preise nennen können. Für den ersten Bauabschnitt hätten die Preise für die Häuser, die 138 Quadratmeter Wohnfläche haben und auf 147 bis 288 Quadratmeter großen Grundstücken stehen, noch einmal angepasst werden müssen, so Doerffer.

Mit Ausnahme der Treppenhauswände sind die hölzernen Eigenheime so konstruiert, dass die Innenwände frei planbar sind. „Durch unsere Erfahrung mit vorgefertigten Wand- und Deckenelementen erreichen wir auch hier einen sehr hohen Vorfertigungsgrad“, sagt Klaus Göser. Die Fenster und die von außen sichtbare Holzverkleidung werden schon im Werk aufgebracht. „Vor Ort müssen dann nur noch die Anschlüsse an die Bodenplatte und die Abdichtungen der Terrassen ausgeführt werden.“ Deshalb könne der Innenausbau sofort beginnen, was zu recht kurzen Bauzeiten führt. In sechs bis acht Monaten soll der erste Abschnitt bereits bezugsfertig sein. Laut dem Plan sollen die nächsten vier Häuser in etwa drei Monaten und die Fünfergruppe bereits im Mai montiert werden.

Rund 60 Prozent sind reserviert

Die Firma Holzbau Göser ist auch in Bartenbach aktiv. Im Wohnprojekt „Bärenhöfe“ direkt gegenüber dem Dorfplatz ist der Aushub für die 24 Wohnungen, die auf einer großen Beton-Tiefgarage stehen werden, bereits in vollem Gange. „Wir gehen davon aus, dass wir für den Bau der Tiefgarage circa ein halbes Jahr benötigen. Die Aufstellung des Holzbaues ist momentan für April oder Mai nächsten Jahres geplant“, berichtet Göser. „Wir gehen davon aus, dass der Holzbau Gebäudes im April oder Mai aufgestellt werden kann.“ In Abständen von je etwa drei Monaten seien dann die Gebäude zwei und drei geplant. Die Gesamtbauzeit bis zur Fertigstellung der letzten Einheit dürfte bei eineinhalb bis zwei Jahren liegen. Der momentane Reservierungsstand liege bei etwa 60 Prozent, sagt der Holzbau-Unternehmer.

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Ein großes Loch klafft seit vergangener Woche auch in der Erzbergerstraße in dem Göppinger Premium-Wohngebiet Hailing. Auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Krätzer baut der Wendlinger Bauträger Brutschin nach den Plänen des Göppinger Architekturbüros von Bock drei Mehrfamilienhäuser mit weiteren 24 Wohnungen. Auch hier kommt in den Boden eine große Tiefgarage: 39 Fahrzeuge werden dort Platz haben.

Baugebiet Dittlau vor dem Aus

Vom Tisch
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Vorgeschichte
Der Ex-Oberbürgermeister Guido Till wollte auf dem Ackerplateau bis zu 2000 Menschen ansiedeln. Werbematerial und Image-Film waren fertig, bevor die entscheidenden Beschlüsse fielen. Doch im Gemeinderat war das Vorhaben sehr umstritten, auch in Faurndau selbst stieß es auf wenig Gegenliebe – und Till zog schließlich die Reißleine.