Bauchdeckenstraffung Damit der Bauch wieder passt

Von Brigitte Jähnigen 

Nach einer Diät oder einer Schwangerschaft bleibt häufig die viele Haut zurück, die früher den dicken Bauch umspannt hat. Bauchdeckenstraffungen versprechen Abhilfe. Foto: Fotolia
Nach einer Diät oder einer Schwangerschaft bleibt häufig die viele Haut zurück, die früher den dicken Bauch umspannt hat. Bauchdeckenstraffungen versprechen Abhilfe. Foto: Fotolia

Die Bauchdeckenstraffung gehört zu den beliebtesten Schönheitsoperationen, inzwischen auch bei Männern. Schuld sind immer mehr Übergewichtige, bei denen nach erfolgreicher Diät die gedehnte Haut zurückbleibt. In Stuttgart wird eine Operationsmethode getestet, die Wunden schneller heilen lässt.

Stuttgart - „Ich bin klein und zierlich, war immer sportlich, doch nach der Geburt des dritten Kindes sah mein Bauch scheußlich aus. Wie nach innen gefallen, die Haut gerissen und runzelig“, sagt Heike W., 35, aus Stuttgart. Gänzlich unwohl gefühlt habe sie sich, täglich gehadert mit ihrem Aussehen, viel zu jung sei sie für eine solch veränderte ­negative Optik.

Einen Ausweg sah Heike W. in einer Bauchdeckenstraffung, die in Deutschland inzwischen zu den beliebtesten Schönheitsoperationen gehört (siehe Hintergrund). ­Neben Müttern gehören vor allem ehemals Übergewichtige zu den Patienten. Denn seit in Deutschland jeder Zweite als zu dick gilt, steigt auch die Zahl der Menschen an, bei denen nach einer erfolgreichen Diät ein Hautüberschuss am Bauchbereich ­zurückbleibt. Deshalb schaffte es die ­Bauchdeckenstraffung im Jahr 2012 auch bei den Männern unter die zehn häufigsten ­Schönheitsoperationen.

Etwa 4000 Bauchdecken werden in Deutschland pro Jahr mit chirurgischen ­Methoden gestrafft. Bislang mussten nach der Operation für ein, zwei Tage kleine ­Drainageröhrchen angelegt werden, um überflüssige Gewebeflüssigkeit und kleine Blutmengen nach außen abzuleiten. Dennoch blieb das Risiko einer Infektion oder einer schlechten Wundheilung.

„Ich glaube, dass der drainagefreien Bauchdeckenstraffung die Zukunft gehört“

In den Vereinigten Staaten wurde nun ein chirurgischer Kleber entwickelt, der solche Drainagen überflüssig machen soll. Er sorgt dafür, dass sich weniger Wundflüssigkeit bildet und die Wunden so schneller heilen. Die Mediziner Ulrich Ziegler und Igor ­Hodorkovski haben das drainagefreie Verfahren in einer Studie an 16 Patienten jetzt auch in Stuttgart getestet.

„Ich glaube, dass der drainagefreien Bauchdeckenstraffung die Zukunft gehört“, sagt Igor ­Hodorkovski, der mit Ziegler eine Gemeinschaftspraxis für plastisch-ästhetische Chirurgie hat. Der Facharzt spricht aber auch von Einschränkungen: Patienten, die derzeit das drainagefreie Operationsverfahren wünschen, sollten in einem guten ­Allgemeinzustand sein und bei einer ­Gewichtsreduzierung nicht mehr als höchstens zwanzig Kilogramm abgenommen ­haben.

Heike W. erfüllte diese Bedingungen für die neue Operationsmethode. Bevor sie unters Messer kam, haben die Ärzte die überschüssigen Haut- und Fettareale vermessen und eingezeichnet. Dabei wird auch überlegt, wie die Schnitte geführt werden müssen, damit sich später möglichst unauffällige Narben bilden, erklärt Igor ­Hodorkovski.

Als Erinnerung blieb lediglich die bikinitaugliche Narbe

Bei einem stationären Aufenthalt von zwei Tagen wurde der dreifachen Mutter dann mittels der drainagefreien Bauchdeckenstraffung ein Bauch zurückgegeben, „der so aussieht wie früher“, sagt Heike W. Als Erinnerung blieb lediglich die bikinitaugliche Narbe in der Optik eines verlängerten Kaiserschnitts. Die Wundränder wurden mit dem Operationskleber verschlossen.

„Ich bin glücklich“, sagt die junge Frau. Nicht nur die äußere Optik sei ihr zurückgegeben, auch das innere Bauchgefühl sei verändert, „straffer“. Und als schönen Nebeneffekt habe sie keine Rückenschmerzen mehr, die sich vorher ihrer schlechten Körperhaltung wegen eingestellt hätten.

Als Teilnehmerin der deutschen Studie sind für sie keine Kosten angefallen, doch sie hätte diese Straffung sowieso vornehmen lassen – auch nach dem herkömmlichen Verfahren, das zwischen 3500 und 6000 Euro kostet. „Ich weiß, dass viele Frauen wegen ihres veränderten Aussehens nach Schwangerschaften leiden“, sagt Heike W.

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