Nahe der Rosensteinbrücke wird ein neuer Fußgängersteg in Richtung Wilhelma Theater (im Hintergrund) gebaut Foto: lichtgut/Achim Zweygarth

Die Großbaustelle für den neuen Rosensteintunnel lässt noch auf sich warten. Doch die Vorarbeiten sind längst im Gange – so wird am Wochenende die B 10 vor der Wilhelma für den Verkehr gesperrt. Beim Wilhelma Theater wird eine neue Fußgängerbrücke errichtet.

Stuttgart - Ende 2019 soll der neue Rosensteintunnel fertig sein. Die hierfür nötige Verlegung der derzeitigen Stadtbahn-Haltestelle Wilhelma – dort wird sich der Tunnelmund der B 10 befinden – soll bereits bis Ende 2015 erledigt sein. Künftig können Wilhelma-Besucher direkt vor dem Haupteingang aussteigen.

Zweieinhalb Tage gesperrt: Einen ersten Vorgeschmack auf die Behinderungen der kommenden Jahre erhalten Verkehrsteilnehmer auf der B 10 bereits an diesem Wochenende. Die Neckartalstraße wird zwischen Rosensteinbrücke und Wilhelma-Zufahrt komplett dichtgemacht – von Freitagabend, 22 Uhr, bis Montagmorgen, 5 Uhr.

Umleitungen eingerichtet: Die Umfahrungen „sind alle gut ausgeschildert“, sagt ein Mitarbeiter des Tiefbauamts. Vom Pragsattel kommend, wird der Verkehr geradeaus über die Rosensteinbrücke und durch die Schönestraße geleitet. Von dort aus geht es entweder über die König-Karls-Brücke zur Innenstadt oder über die Mercedesstraße und die Gaisburger Brücke in Richtung Esslingen. Nach Angaben des Tiefbauamts wird angesichts der Verkehrsmengen die Ampelschaltung entsprechend verbessert.

Verkehr von Esslingen her: Auto- und Lastwagenfahrer werden von der B 10 auf die B-14-Rampe geleitet. Anschließend geht es weiter über die Benzstraße, Mercedesstraße, Schönestraße über die Rosensteinbrücke in Richtung Pragsattel. Das Tiefbauamt glaubt angesichts bisheriger Erfahrungen etwa bei einer Sperrung des Schwanentunnels, dass sich die Verärgerung in Grenzen halten wird – „da hat es kaum Reklamationen gegeben“, erläutert der Mitarbeiter, der auch das Baustellen-Beschwerdetelefon der Stadt betreut.

Nostalgische Gefühle: Drei Hauptarbeiten werden an diesem Wochenende erledigt. Da ist zum einen ein Abbruch, der so manchen mit gewisser Schwermut erfüllen dürfte. Der Elefantensteg über der B 10, von dem ja ohnehin nur noch die Hälfte steht, wird nun endgültig und komplett abgebrochen. Immerhin gibt es allerdings für die Fußgänger demnächst einen Ersatz – nämlich jene Behelfsbrücke, die als zweiter Teil der Bauarbeiten an diesem Wochenende über der Neckarstraße errichtet wird. Auf Höhe des Wilhelma Theaters werden zunächst auf beiden Straßenseiten der B 10 die Fundamente vorbereitet und die Treppentürme errichtet.

Anschließend kommt die eigentliche Brücke drauf. Verwendet werden hierfür jene Stegteile, die bis vor kurzem zwischen der Stadtbibliothek und dem neuen Einkaufszentrum Milaneo an der Wolframstraße im Einsatz waren. Die Kosten für diesen neuen Steg in Richtung Wilhelma liegen bei 200 000 Euro. Zwar wird der Steg bis Montag früh stehen. Allerdings sind anschließend noch weitere Arbeiten erforderlich – so muss die Beleuchtung noch installiert werden. Aus diesem Grund wird es wohl noch ein paar Wochen dauern, ehe die Brücke tatsächlich von Fußgängern genutzt werden kann.

Ausfräsungen: Beim dritten Teil der Bauarbeiten geht’s um die sogenannte Anrampung der Straße. Weil die B-10-Fahrbahn künftig näher am Neckarufer geführt wird, um Platz für die neue Wilhelma-Stadtbahnhaltestelle zu schaffen, müssen die Fahrzeuge künftig die dortigen Stadtbahngleise überqueren. Hiefür sind Ausfräsungen und Asphaltarbeiten nötig, die ebenfalls an diesen Wochenende vorgenommen werden.

Der übliche Weg: Da die Behelfsbrücke an diesem Wochenende noch nicht benutzbar sein wird, bleibt den Wilhelma-Besuchern, die mit der S-Bahn anreisen, vorerst also der übliche ausgeschilderte Weg vom Bahnhof Bad Cannstatt über die Eisenbahnstraße, die Holzbrücke über den Neckar und schließlich die Fußgängerampel an der B 10.

Herbstferien:  Da sich das Wetter zum Wochenende hin etwas bessern soll und es zudem das erste Ferienwochenende ist, rechnet die Wilhelma mit einer erhöhten Besucherzahl. Trotz der Vollsperrung direkt vor dem Haupteingang sei jeden Tag geöffnet, erklärt Wilhelma-Sprecher Harald Knitter. Auch das Parkhaus des Zoologisch-Botanischen Gartens bleibe mit dem Auto erreichbar – allerdings nur über die B 10, von Esslingen her kommend. Besucher, die vom Pragsattel her kommen, sollten das Parkhaus Mahle (Pragstraße 10) wählen, das an Wochenenden für Wilhelma-Besucher geöffnet hat – von dort aus sind es nur ein paar Meter zum Eingang Pragstraße. Ein weiterer Eingang befindet sich nahe dem Schaubauernhof, erreichbar über den Rosensteinpark.

Zwei Parkhäuser: Durch die Entflechtung auf zwei Häuser müsste es nach Knitter Einschätzung genug Parkmöglichkeiten geben. Als „optimal“ empfiehlt er jedoch die Anreise per Bus oder Bahn. „Wer ein aktuelles VVS-Tagesticket an der Kasse vorlegt, bekommt sogar einen Bonus auf die Eintrittskarte: einen Euro auf den Normaltarif für Erwachsene sowie 50 Cent auf die ermäßigten Karten für Kinder, Schüler und Studierende oder 1,50 Euro auf die Karte Familie I beziehungsunweise 2,50 Euro auf die Karte Familie II.“

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