Desi Rodriguez und die Riesen landen auf dem harten Boden der Realität. Foto: Baumann

18 Spiele nacheinander haben die Basketballer der MHP Riesen Ludwigsburg gewonnen. Los ging es am 6. Dezember gegen die Crailsheimer, die diesen Lauf nun abrupt beendet haben.

Crailsheim - Der Kreis schließt sich. Die unglaubliche Siegesserie der MHP Riesen Ludwigsburg hatte am 6. Dezember gegen die Crailsheim Merlins begonnen – nun ist sie nach 18 Siegen beim gleichen Gegner mit der 58:68 (26:40-)Niederlage zu Ende gegangen, zumindest die Tabellenführung in der Basketball-Bundesliga bleibt aber erhalten. „Sie wollten den Sieg heute mehr“, musste Ludwigsburgs Lukas Herzog zugeben, und der Trainer John Patrick fügte hinzu: „Das können wir einen Wachruf nennen.“

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Crailsheim machte am Sonntag also nicht nur Schlagzeilen als Hotspot in der Coronakrise, sondern auch wieder auf dem Parkett, nachdem die Mannschaft vor Kurzem schon bei Branchenprimus Bayern München gewonnen hatte. Doch zuletzt leistete sich die Mannschaft drei Niederlagen – und der Trainer Tuomas Iisalo hatte vorab gewarnt: „Ludwigsburg ist bislang das stärkste Team der BBL. Sie haben kaum Schwachpunkte in ihrer Mannschaft. Offensiv spielen sie mit einer guten Kombination aus Struktur und Talent.“ Doch damit war es nicht weit her. „Der Ball hat sich nicht gut bewegt. Leider haben wir auch viele offene Würfe nicht getroffen“, sagte Patrick. Ein unterirdisches zweites Viertel (8:26) brachte die Riesen auf die Verliererstraße, auch weil ihr Topscorer Jaleen Smith einen ganz schwarzen Tag erwischt hatte (10 Punkte, den ersten in der 25. Minute). Dabei stand das Duell der Spielmacher gegen den Crailsheimer Trae Bell-Haynes im Mittelpunkt, weil beide als heiße MVP-Kandidaten (wertvollster Spieler der Saison) gelten und sich schon aus gemeinsamen College-Zeiten bestens kennen, wobei der Ludwigsburger dabei nur einmal gewonnen hatte.

Bei dieser Marke blieb es, weil die Merlins am Sonntag vor allem in der Defensive den Riesen keinen Spielraum ließen. „Das war entscheidend“, sagte der Ex-Ludwigsburger Bogdan Radosavljevic, obwohl Crailsheims Abwehrspezialist Tim Coleman verletzt ausfällt. „Wir haben von Beginn an gut und aggressiv gearbeitet“, sagte Mo Stuckey (17 Punkte), der mit seinen Dreiern den Gegner in Not brachte.

Auf den wartet schon das nächste Derby: in Ulm. Das ist nicht minder brisant, auch wenn die Wahnsinnsserie der Ulmer aus der Saison 2016/17 (27 Siege in Serie) nicht mehr in Gefahr ist. Dafür haben schon die Zauberer aus Crailsheim gesorgt.

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