Acht Hobbygriller, zum Teil aus Malmsheim und Perouse, haben es bei der Barbecue-WM in Tennessee unter die Top 10 geschafft. Einer der Teilnehmer war bereits zum 22. Mal dabei.
Pulled Pork, Beef Brisket, Spareribs: Geht es um Barbecue, die amerikanische Grilltradition, sind diese drei Gerichte die Königsdisziplin. Dass sein Team in der Kategorie „Pulled Pork“ bei der Barbecue-WM in Lynchburg, Tennessee, den achten von rund 90 Plätzen belegt hat, macht den Malmsheimer Dirk Schaff deshalb besonders stolz. „Wenn man da unter den Top 10 ist, dann fühlt man sich durchaus geehrt.“
Auf den Grill kommt es an
Mit sieben anderen Grillenthusiasten war Schaff, der eigentlich Bänker ist, jüngst mehrere Tage in Tennessee, um an der vom amerikanischen Whiskey-Label „Jack Daniel’s“ veranstalteten „World Championship“ des Barbecues teilzunehmen. Schaff war bereits zum dritten Mal dabei – rekrutiert von Teamcaptain Heinz Schaal, Tübinger Metzgermeister und Inhaber eines Cateringservices. Schaal wiederum hat in diesem Jahr zum 22. Mal teilgenommen. Weil er vor einigen Jahren den Weltmeistertitel in der Kategorie „Beef Brisket“ holte, kann er mit seinem Team jederzeit bei dem Event teilnehmen – obwohl internationale Teams eigentlich nur auf Einladung dabei sein dürfen.
Drei der acht Mitglieder, Schaff eingeschlossen, kommen aus Malmsheim und Perouse, das älteste Teammitglied ist 71, das jüngste 24 Jahre alt. Einige sind Metzger, andere arbeiten bei der Bank oder der Telekom. Alle vereint sie ihre Passion: Grillen. „Wir haben alle eine gewisse Armada von Grills zuhause“, berichtet Schaff. „Bei mir wird bald der vierte einziehen.“ Im Vorfeld der Barbecue-WM in den USA hätten sich die Teammitglieder zwar abgesprochen, etwa zu Rezepten oder Grillmethoden, ein Training war aber schon schwerer umzusetzen. „Wir wissen nie genau, welche Art von Grill wir bekommen“, sagt Schaff. „Jeder Grill ist anders.“ Für die internationalen Teams sei das jedes Mal eine besondere Herausforderung, weil sie – im Gegensatz zur amerikanischen Konkurrenz – nicht mit eigenem Equipment anreisen können.
Auch die Barbecue-Sauce ist gut gelungen
Aufgeteilt wird der Wettbewerb in insgesamt sieben Kategorien. Die Teams müssen dabei etwa eine eigene Barbecue-Sauce kreieren, die – so will es der Veranstalter – einen Schuss Jack Daniel’s enthält, grillen Hühnchen, Spareribs, Gerichte aus ihrer Heimat und eben auch das Pulled Pork, auf Deutsch „Zerrupftes Schwein“. Das Gericht, bei dem Schweinefleisch lange gegart und dann zerrupft wird, hat das Team um Captain Schaal mit der eigenen Barbecue-Sauce verfeinert. Und die sei wirklich gut gelungen, sagt Schaff. So gut, dass es sie beim Malmsheimer Metzger Martin Kohler, der ebenfalls an der WM teilgenommen hat, jetzt käuflich zu erwerben gibt.
Beim Wettbewerb werden die Gerichte der sieben Kategorien gestaffelt abgegeben, jede halbe Stunde haben die Teams zehn Minuten Zeit, um der Jury ihre Kreationen zu servieren. Für Gerichte wie Pulled Pork, das beim Altkreis-Team 22 Stunden gegart wurde, bedarf es einiger zeitlicher Koordination und Vorbereitung am Vortag. Weil in die USA kaum Lebensmittel eingeführt werden dürfen, müssen die internationalen Teams außerdem geeignetes Fleisch für ihre Gerichte vor Ort auftreiben. Gar nicht so leicht in den USA, wo es weniger Metzger wie in Deutschland, sondern eher große Supermärkte gibt. Für die Lebensmittelbeschaffung wurde den Teams deshalb ein „Ambassador“, ein Botschafter, zur Seite gestellt. Das habe auch gut geklappt, sagt Schaff. Nur bei den Spareribs nicht – da habe man ein Stück Fleisch erwischt, das nicht die erhoffte Qualität hatte.
Der Termin für nächstes Jahr steht schon im Kalender
Auf die Rückreise nach Deutschland hat sich das Team schließlich mit Zufriedenheit gemacht. Und der Termin für die WM im kommenden Jahr sei dick im Kalender angestrichen, sagt Schaff. Denn nicht nur am Grillen haben die Teammitglieder Spaß – auch am Austausch mit anderen Teilnehmern. Die 15 internationalen Teams werden bei dem Wettbewerb in einem Park in Lynchburg zusammen gruppiert. Besonders während der Vorbereitungsphase könne man sich da auch mal bei anderen Teilnehmern umhören und –schauen. So habe Schaff sich vor einigen Jahren mit dem Captain der jamaikanischen Gruppe angefreundet. Das geheime Rezept für sein Hühnchengewürz konnte Schaff ihm zwar nicht abschwatzen – dafür aber eine Dose, die er mit nach Hause nahm.