Bisher war der Befall stets mit einer sichtbaren Trübung verbunden. Diesmal blieb das Wasser klar. Foto: factum/Weise

Erneut haben sich Pseudomonaden unzulässig vermehrt. Womöglich ist die Ursache schlicht die andauernde Hitzewelle. Am Montag soll Klarheit herrschen.

Herrenberg - Am Freitagnachmittag mussten die Badegäste aus dem Wasser. In einer Probe, die am Mittwoch routinemäßig im Herrenberger Naturfreibad entnommen wurde, war erneut eine unzulässige Konzentration von Pseudomonaden gefunden worden. Bis auf Weiteres gilt ein neuerliches Badeverbot. Die Bakterien können Wundentzündungen verursachen. Größere Gesundheitsgefahren gehen von ihnen nicht aus. Anders als für Naturgewässer gilt in Freibädern ungeachtet dessen ein gesetzlicher Grenzwert.

Hier entlang: Auch das Wasser im Herrenberger Krankenhaus ist mit Keimen belastet. Dort gilt ein Duschverbot.

Das Herrenberger Bad musste schon in den Jahren 2015 und 2016 immer wieder auch längerfristig wegen Pseudomonaden geschlossen werden. Die Planer hatten es – für die Stadt kostenlos – mehrfach und zuletzt umfassend nachgerüstet. Vorangegangen war ein Streit um die Ursachen. An dessen Ende stand die Überzeugung, dass vor allem ein fehlerhaft verbauter Hauptfilter Auslöser des Befalls war. Nach dessen Austausch waren im Sommer 2017 alle Grenzwerte eingehalten worden.

Wiederkehrende Schließungen sind in Naturfreibädern keine Seltenheit

„Im Moment gehen wir davon aus, dass es sich um ein kurzfristiges Problem handelt“, sagt die Bürgermeisterin Gabrielle Götz-Getzeny, „das Wasser ist so klar wie nie“. In der Vergangenheit war der Bakterienbefall mit einer unübersehbaren Trübung einhergegangen. Tatsächlich sind auch in anderen Naturfreibädern wiederkehrende Schließungen keine Seltenheit. Während lang anhaltender Hitzewellen vermehren sich Bakterien sprunghaft. Die natürliche Reinigung ist überfordert.

Demgemäß schließt Florian Müller, der Chef der Stadtwerke, weitere umfangreiche Untersuchungen der Technik aus. „Das Augenmerk liegt auf den äußeren Rahmenbedingungen wie Wetter, Pollenflug und der Betriebsweise der Aufbereitungsanlage“, sagt er. Zumindest argumentativ dürfte die neuerliche Schließung der Stadt helfen. Die Rathausspitze hatte in der Vergangenheit immer wieder Schadenersatzklagen gegen die beiden Planungsbüros erwogen. „Wir stehen in dieser Hinsicht nach wie vor mit den Planern in Kontakt, wollen uns aber gütlich einigen“, sagt Götz-Getzeny.

Spätestens am Montag sollen weitere Wasserproben Klarheit über den aktuellen Befall bringen. Womöglich wird das Problem sich ohnehin während des Wochenendes erledigen: Die Wettervorhersage verspricht Abkühlung und Regengüsse.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: