Stadtbahn-Halt Sigmaringer Straße: Hier verlegten Unbekannte die Betonplatten im Gleis. Foto: Alexandra Kratz

Mehrere Zehntausend Euro Schaden richteten unbekannte Täter an, als sie einer Stadtbahn Betonsteine in den Weg legten. Das Motiv ist unklar.

Stuttgart - Sie verwenden Betonplatten, Eisenstangen, Fahrräder oder große Steine – doch was denken sich die Täter eigentlich, wenn sie gefährliche Hindernisse auf Bahnschienen legen? Beim jüngsten Anschlag, der sich am vergangenen Sonntag morgens gegen halb fünf in der Frühe in Möhringen abspielte, gibt es noch keine heiße Spur. Die Unbekannten hatten im Bereich der Stadtbahnhaltestelle Sigmaringer Straße Betonplatten herausgerissen und auf die Gleise gelegt. Eine gelbe Bahn der Linie U 3 prallte dagegen. Zum Glück wurde niemand verletzt, die Zahl der Fahrgäste war gering.

Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. „Allerdings gibt es bisher keine Hinweise auf die möglichen Täter“, sagt Polizeisprecher Johannes Freiherr von Gillhaußen. Dass es sich womöglich um Jugendliche gehandelt haben könnte, ist nur zu vermuten – denn die Aufklärungsquote in solchen Fällen ist bisher eher gering. Im Mai 2017 stand einer Stadtbahn der Linie U 15 an der Geroksruhe in Stuttgart-Ost eine Streugutkiste im Weg, ein Monat davor war es eine Metallstange im Sportpark in Feuerbach. Es gab Hinweise auf Jugendliche, die Fälle wurden aber nicht geklärt.

Bundespolizei hat immerhin einen Fall klären können

Die Bundespolizei konnte am 23. Januar dieses Jahres zwei 14-Jährige am Bahnhof Korntal (Kreis Ludwigsburg) festnehmen, die Holzbretter und Steine auf die S-Bahn-Gleise gelegt hatten. „Das Motiv ist aber unklar“, sagt Bundespolizeisprecher Daniel Kroh. Eine zweite Vernehmung der Beschuldigten stehe noch aus. Am 8. Dezember 2018 hatte ein Unbekannter am S-Bahn-Halt in Vaihingen ein Fahrrad auf die Gleise gelegt, eine S-Bahn der Linie S 1 prallte dagegen. „Der Täter blieb unbekannt“, sagt Kroh, „und auch der Besitzer des Fahrrads, das nie als gestohlen gemeldet war.“ Ein Fall im November in Asperg (Kreis Ludwigsburg) wurde unbekannten Kindern zugerechnet.

Im jüngsten Fall fährt die betroffene Stadtbahn wenigstens wieder. „Die Bauteile am Drehgestell wurden ausgewechselt“, sagt SSB-Sprecher Hans-Joachim Knupfer. Der Schaden beträgt allerdings mehrere Zehntausend Euro.

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