Polizisten in Baden-Württemberg werden immer häufiger Opfer von Gewalt (Symbolbild). Foto: dpa

Auch wenn sich viele Menschen im Südwesten nicht mehr so sicher fühlen wie früher: Die Kriminalität im Land ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Allerdings befindet sich die Gewalt gegen Polizisten auf dem Höchststand.

Stuttgart - Die Gewalt gegen Polizisten im Südwesten ist auf einem neuen Höchststand. Im Jahr 2018 sind 2390 Polizeibeamte verletzt worden – das ist eine Zunahme von etwa 22 Prozent. Das geht aus der am Freitag in Stuttgart veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik hervor.

Polizisten müssten geschützt werden, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Er verwies in dem Zusammenhang auf die flächendeckende Einführung von Bodycams (am Körper getragene Kameras) bis zum Sommer. Eine Zunahme gab es laut Statistik auch bei den Sexualdelikten um rund 21 Prozent auf 2673 Fälle. Die Gesamtzahl der Straftaten in Baden-Württemberg ist hingegen weiter rückläufig. 2018 gab es 572.173 Straftaten - 1,3 Prozent weniger als noch 2017.

Aufklärungsquote der Polizei stieg an

Zur Zunahme im Bereich der Sexualdelikte merkte das baden-württembergischen Innenministerium noch an, dass dies auch an der Einführung des Straftatbestandes der sexuellen Belästigung sowie der Änderung statistischer Erfassungskriterien liege.

Obwohl auch die Zahl sogenannter Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum auf 27.444 Fälle (2017: 26 089 Fälle) stieg, ist die Kriminalitätsbelastung nach Angaben des Ministeriums so niedrig wie seit 1990 nicht mehr. Diebstahlsdelikte etwa sind um rund 10 Prozent gesunken. Die Zahl der Wohnungseinbrüche befinde sich auf einem Zehnjahrestief. Auch Straftaten mit Flüchtlingen und Asylbewerbern als Verdächtige gingen um rund neun Prozent auf rund 55.600 Delikte zurück. Die politisch motivierte Kriminalität sank um rund 10 Prozent auf 2555 Delikte. Je 100.000 Einwohner wurden 5191 Straftaten verzeichnet.

Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 62,7 Prozent. Diese Erfolgsbilanz sei dem beharrlichen und unermüdlichen Einsatz der Polizisten zu verdanken, sagte Strobl.

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