Kräuterpädagogin Monika Schiller zeigt in einem Kurs am Umweltzentrum in Plochingen Upcycling-Ideen für ausgediente Weihnachtsbäume. Statt sie einfach nur wegzuwerfen, werden aus den Nadeln der Bäume beispielsweise Badebomben oder Bonbons gemacht.
Mit dem Ende der Weihnachtszeit haben auch die meisten Christbäume in den Wohnzimmern ausgedient und werden zur Entsorgung gebracht. Für Kräuterpädagogin Monika Schiller gibt es aber mehr Möglichkeiten für die Weihnachtsbäume. Beim ersten Christbaum-Upcycling-Kurs im Umweltzentrum Neckar-Fils in Plochingen erklärte sie, wie man die einzelnen Bäume unterschiedet und mit den Nadeln in der heimischen Küche verschiedene Dinge zubereiten kann.
Unbehandelte Bäume „Die meisten Christbäume sind tatsächlich Tannen, da Fichten schneller nadeln und außerdem etwas stechen“, sagt Schiller. Der Großteil der Bäume im Landkreis Esslingen wird regional gekauft. Der Trend geht in den letzten Jahren hin zu Bio-Bäumen. Für das Christbaum-Upcycling ist dies eine gute Entwicklung. „Wichtig ist, dass die Bäume unbehandelt sind“, sagt Schiller. Ansonsten gebe es kaum Einschränkungen bei den Rezepten. „Für die Dinge, die wir herstellen, können grundsätzlich alle Nadelbäume genommen werden“, sagt die Kräuterpädagogin. Einzig die giftige Eibe darf nicht verwendet werden.
Eiben eignen sich nicht
Nadelbäume unterscheiden Die Eibe wird häufig als blickdichte Hecke in Gärten genutzt. Die roten Samenmäntel fallen beim Betrachten sofort ins Auge. Die Nadeln sind weich, die Vorderseite ist tiefgrün und glänzend, während die Rückseite hellgrün und matt gefärbt ist. Im Vergleich dazu habe die Fichte spitze, kurze Nadeln, die auf Vorder- und Rückseite relativ gleich aussehen, sagt Schiller. Die länglichen Zapfen finde man oft bei Waldspaziergängen, erklärt die Kräuterpädagogin. Tannennadeln wiederum haben auf der Rückseite Streifen, die Spitzen sind eher rundlich. Bei Unsicherheit über die Nadelbaumart ist es am besten, einen Experten um Rat zu fragen.
Wohlduftende Badekugeln Zusammen mit Natron, Zitronensäure, Stärke und geschmolzenem Kokosöl werden aus den gehackten Nadeln Badekugeln, deren Geruch noch mit ätherischen Ölen verfeinert werden kann. „Diese Badekugeln sind beispielsweise auch eine gute Geschenkidee“, sagt Schiller. Wer nicht wolle, dass die Nadeln später im Badewasser schwimmen, sollte die Badekugeln zuvor in ein wasserdurchlässiges Säckchen geben, so die Expertin.
Waldtee Eine andere Möglichkeit, die Zweige des Weihnachtsbaums zu verwenden, ist, einen Tee daraus zu machen. „Jeder Nadelbaum hat ein eigenes Aroma“, sagt Monika Schiller. Zudem sind die Nadeln gesund. „Sie enthalten Gerb- und Bitterstoffe, außerdem viel Vitamin C“, so die Kräuterpädagogin. Für die Zubereitung des Tees gibt es zwei Möglichkeiten. Bei der ersten Variante werden die Zweige in einer Kanne mit lauwarmem Waser übergossen und nach mehreren Stunden Ziehzeit kurz erwärmt. Durch diese Zubereitung bleibt mehr Vitamin C erhalten. Bei der zweiten Variante werden die Zweige zehn Minuten lang gekocht, was zu einem würzigeren Aroma des rötlichen Tees führt.
Fichtenbonbons Für die Bonbons mit Birkenzucker müssen die Nadeln fein geschnitten werden. „Ich würde frische Nadeln nehmen, da diese aromatischer sind“, sagt Schiller. Zusammen mit geriebenem Ingwer und Zitrone ergeben die Nadeln so gesunde Winterbonbons, erläutert die Kräuterpädagogin. Anstatt Ingwer und Zitrone könne auch Minze genommen werden. Die Bonbons mit den Nadeln können ohne Bedenken gegessen werden, jedoch müsse bei der Menge etwas Acht gegeben werden: „Birkenzucker kann abführend wirken, wenn man zu viele Bonbons isst“, erklärt Schiller.
Tannennadeln als Gewürz
Tannensalz „Tannennadeln zu Kräutersalz zu verarbeiten, erscheint im ersten Moment natürlich komisch“, sagt die Kräuterpädagogin. Dennoch ergeben die frischen Nadeln zusammen mit Salz und etwas Zitrone eine kräftige Gewürzmischung, die sich beispielsweise gut zum Würzen von Kartoffelspeisen eigne. „Es geht eigentlich relativ schnell“, sagt Schiller. Die Nadeln werden zusammen mit den anderen Zutaten in einen Mixer oder eine Gewürzmühle gegeben. Bei frischen Nadeln sollte das Salz danach noch getrocknet werden, bevor es in ein Gefäß abgefüllt wird.
No-Waste-Konzept „Wir legen in den Kursen viel Wert darauf, möglichst wenig Müll zu produzieren“, sagt Schiller. Die Produkte werden beispielsweise in mitgebrachte Gläser abgefüllt, außerdem gibt es für die Tannen- oder Fichtennadeln keine langen Transportwege und keinen Verpackungsmüll. „Frischer geht es nicht – und man weiß, was drin ist“, sagt Schiller.