Drei- statt Zweisamkeit: Carla Bruni und Nicolas Sarkozy sind am 19. Oktober Eltern einer kleinen Tochter geworden. Foto: dpa

Das erste gemeinsame Kind von Präsident Nicolas Sarkozy und seiner Frau Carla ist da.

Paris - Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ist zum vierten Mal Vater geworden - während er in Frankfurt bei Angela Merkel den Euro zu retten versuchte. Carla Bruni-Sarkozy hat ein Mädchen zur Welt gebracht, berichtete das französische Fernsehen. Es ist das erste gemeinsame Kind für das seit 2008 verheiratete Paar.

Es ist die Nachricht, auf die die Nation seit Monaten wartet: Carla Bruni-Sarkozy, Frankreichs "Premiére Dame", hat am Mittwochabend einem Mädchen das Leben geschenkt. Die Zeitung "Le Figaro" vermeldete das freudige Ereignis nur eine Stunde nach der Geburt in der Pariser "Clinique de la Muette" auf ihrer Internetseite.

Um 20 Uhr habe die Präsidententochter das Licht der Welt erblickt, heißt es über ein Ereignis, das die französischen Medien mit dem Etikett "historisch" versehen. Denn noch nie in der Geschichte der französischen Republik ist ein amtierenden Präsident Vater geworden. Nicolas Sarkozy (56) hat aus seinen beiden ersten Ehen drei Söhne: Pierre, Jean und Louis. Carla Bruni-Sarkozy (43) brachte den zehn Jahre alten Aurélien mit in die Ehe. Nun freut sich die große Patchwork-Familie im Elysée-Palast über das erste Mädchen.

Fotografen müssen 300 Meter Abstand halten

Den glücklichen Vater erreichte die frohe Kunde in Deutschland. Nicolas Sarkozy musste am Nachmittag zu einer Krisensitzung nach Frankfurt eilen, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel den wichtigen EU-Gipfel am Sonntag in Brüssel vorzubereiten. Was für ein Drama: Carla in den Wehen und Sarko rettet den Euro.

Die "Clinique de la Muette" befindet sich im vornehmen 16. Arrondissement: auf halben Weg zwischen dem Eiffelturm und der Privatwohnung der "Première Dame". Die Geburtsabteilung genießt einen exzellenten Ruf.

Schon seit Anfang Oktober lieferten sich Dutzende Polizisten in Zivil und eben so viele Paparazzi in der engen Wohnstraße ein sonderbares Schauspiel. Auf ausdrücklichen Befehl des Pariser Polizeipräfekten mussten die Fotografen einen Sicherheitsabstand von 300 Metern halten. Die Paparazzi-Teams rückten mit Teleobjektiven und Fernsehkameras, mit Stehleitern und Sandwichs an. Die meisten waren nach Tagen des Wartens erschöpft vom Nichtstun.

Der Rummel um Carlas Baby: Eigentlich scheren sich die Franzosen recht wenig um das, was sich in den Wohn- und Schlafzimmern ihrer Politiker abspielt. Doch seitdem ihr Staatspräsident vor drei Jahren ein bekanntes Ex-Model ehelichte, gelten andere Maßstäbe. Carlas fabelhafte Welt fasziniert die Menschen auf dem ganzen Globus. Die Sarkozys sind ein Paar mit hohem Glamour-Faktor: Hier einer der mächtigsten Männer der Welt, dort ein feenhaftes Geschöpf, das, egal ob auf dem Laufsteg, auf der Showbühne oder auf Staatsvisite, die Männerherzen höher schlagen lässt. Es ist eine einzigartige Vermählung von Macht und Sex.

Wie soll Wonneproppen heißen?

Angesichts des Rummels um die Schwangerschaft der First Lady fühlten sich viele Franzosen in die Zeit des "Ancien Régime" zurückversetzt. In eine Epoche, in der Marie Antoinette und Ludwig XVI. Hof hielten - mit Pomp, Prunk und Perücken. Der Boulevard spricht bereits vom "Premier Bébé de France", so als handele es sich um einen Prinzen oder eine Prinzessin.

Am Mittwoch war der ersehnte Tag endlich gekommen. Madame Bruni-Sarkozy betrat am Vormittag an der Seite ihres Gatten die Klinik "Muette". Würde Papa bei der Geburt dabei sein? Nein, die Schuldenkrise diktierte unerbittlich seinen Terminplan.

Am frühen Abend meldete "Le Figaro" dann, dass die die Ärzte die Geburtsvorbereitungen eingeleitet haben. Junge oder Mädchen? Beharrlich haben die werdenden Eltern geschwiegen. Um 20 Uhr herrschte Gewissheit: Ein Mädchen! Jetzt bleibt nur noch drei Fragen offen: Wie schwer ist es? Wie groß? Wie soll Carlas Wonneproppen heißen? Daliha, berichtete der französische TV-Sender BFM am späten Mittwochabend. Eine offizielle Bestätigung gab es aber nicht.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: