Die schwarzen Blitzersäulen auf dem Mittelstreifen der B 10 sind noch immer nicht in Betrieb. Foto: Sebastian Steegmüller

Sie stehen schon seit letztem Oktober, doch noch immer sind die hochmodernen Laser-Blitzersäulen an der B 10 zwischen den Anschlussstellen Neckarpark und Hafen außer Betrieb. Grund sind technische Probleme.

Hedelfingen - Seit Ende Oktober vergangenen Jahres stehen zwei hochmoderne Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen an der B 10 bei Wangen und Hedelfingen – sie sollen Autofahrer ermahnen, auf dem rund vier Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen den Anschlussstellen Neckarpark und Hafen-Süd nicht schneller als die erlaubten 80 Stundenkilometer zu fahren. Für Lastwagen gilt sogar nur Tempo 60. Geblitzt wurde bislang jedoch noch kein einziger Raser. Denn die Geräte sind noch immer außer Betrieb, räumt man im Ordnungsamt der Stadt ein. Der Grund dafür seien technische Probleme. Wann diese behoben sein werden, lässt sich derzeit nicht einschätzen.

Novum in der Landeshauptstadt

Zur Überwachung des Tempolimits auf der viel befahrenen Bundesstraße hat die Stadt als Ersatz für die in die Jahre gekommenen „Starenkästen“ zwei Hightech-Lasergeräte angeschafft. Obgleich es sich im Grundsatz um den gleichen Typ handelt wie bei jenen auf der Theodor-Heuss-Straße in der Stuttgarter Innenstadt, sind diese Blitzer für die Landeshauptstadt ein Novum: Es sind die ersten, die die Daten zu den Verstößen direkt an die zuständige Behörde übermitteln. Die Speicherkarte mit den Aufzeichnungen muss nicht mehr von Mitarbeitern der Verkehrsüberwachung vor Ort ausgelesen und später im Büro im Computer hochgeladen werden. Vielmehr werden die Messdaten über eine verschlüsselte Verbindung auf einen Server der Stadt gesendet und können dann in der Dienststelle abgerufen werden. Diese Übertragung muss jedoch reibungslos funktionieren, bevor die Geräte scharf gestellt werden können . Wie es heißt, funktioniert im Moment die Anbindung ans städtische Datennetz nicht wie gewünscht.

Keine Sensoren im Fahrbahnbereich

Die Blitzer vom Typ TraffiTower des thüringischen Herstellers Jenoptik kosten fast 100 000 Euro pro Stück. Sie gelten als die modernsten ihrer Art. Ihr Vorteil: Die Anlagen benötigen keine Sensoren im Fahrbahnbereich mehr. Der Blitzer misst – sofern er denn funktioniert – mithilfe einer besonderen Lasertechnik schon 50 Meter vor der Säule – und das ist sogar in beide Richtungen möglich. Zudem kann er mehrere Autos gleichzeitig aufnehmen, da er nicht nur eine Fahrspur erfasst, sondern die gesamte Fahrbahnbreite abdeckt. Der Gesetzgeber schreibt übrigens vor, dass jeder für die Geschwindigkeitsmessung eingesetzte Laser-Blitzer über eine gültige Eichung verfügen muss.

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