Die Betriebe suchen derzeit händeringend Azubis. Foto: dpa/Martin Schutt

Unternehmen suchen händeringend Azubis, viele Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt. Doch die Azubis machen sich rar. Das wird negative Folgen haben, meint Inge Nowak.

Stuttgart - Die coronabedingt weitgehende Verbannung in die eigenen vier Wände ist für alle eine Herausforderung – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Monatelang haben sie Kita, Kindergarten, Schule, Uni oder die Arbeitsstätte nicht von innen gesehen. Es wundert daher nicht, dass Jugendliche, die gerade die Schule abgeschlossen haben, lieber eine Pause einlegen, als sich der nächsten digitalen Herausforderung mit neuen Einschränkungen auszusetzen. Auch wenn die Infektionszahlen sinken und die Konjunktur sich verbessert – die Coronakrise ist nicht vorbei.

 

Dennoch: Trotz aller Unwägbarkeiten gibt es keinen Grund, den Ausbildungsstart zu verzögern. Die Jugendlichen sollten sich jetzt mit der beruflichen Zukunft beschäftigen. Die Chancen, im Traumberuf einen Ausbildungsplatz zu ergattern, waren selten so gut. Besser werden sie nicht. Im Gegenteil. Wenn sich in einem oder zwei Jahren die dann aktuellen Schulabgänger und diejenigen früherer Jahre um Ausbildungsplätze bemühen, ist die Gefahr groß, dass einige leer ausgehen.

Die Not der Unternehmen

Zwar ist im Koalitionsvertrag der Landesregierung eine Ausbildungsplatzgarantie vermerkt. Nur: Die meisten Unternehmen wären überfordert, ihre geplanten Plätze kurzfristig deutlich zu erhöhen. Schließlich wollen Azubis betreut werden.

Doch wie reagieren Unternehmen, die Ausbildungsplätze aktuell nicht besetzen können? Ziehen sie sich womöglich ganz aus der Ausbildung zurück? Ausgeschlossen ist das nicht. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Ausbildungsbetriebe in der Region um knapp vier Prozent gesunken. Dabei bildet ohnehin nur eine Minderheit der Unternehmen überhaupt aus.