Produktion von Abgasanlagen am Eberspächer Standort Neunkirchen. Foto: Firmenfoto

Trotz Teilverlagerung der Produktion von Standheizungen baut der Esslinger Autozulieferer keine Jobs in Esslingen ab.

Esslingen - Der Autozulieferer Eberspächer blickt trotz eines starken Gewinneinbruchs von 80 Prozent auf 3,6 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr optimistisch in die Zukunft. Gründe dafür sind, dass der Esslinger Abgas- und Klimaanlagenspezialist sich bereits im Jahr 2014 stabilisiert und seinen Umsatz um 23 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro gesteigert hat, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter Heinrich Baumann.

„Wir erwarten auch im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatzzuwachs von mehr als zehn Prozent“, sagte Baumann. Beim Ergebnis rechnet der Autozulieferer ebenfalls mit einer signifikanten Steigerung. Bereits im ersten Quartal seien Umsatz und Ergebnis über dem Vorjahr gelegen. „Das bestärkt uns in unserer Annahme.“

Die Sanierung der großen Abgastechnik-Standorte in Neunkirchen (Saarland) und Nyköping (Schweden) drückte 2014 besonders auf das Konzernergebnis. Im Saarland konzentriert sich Eberspächer künftig auf einen zentralen Standort statt auf vier. Bis Ende 2016 werden bis zu 500 Jobs gestrichen. Der Abbau ist laut Baumann schon zur Hälfte erfolgt. Auch in Schweden sind Jobs weggefallen. An beiden Standorten habe sich die Lage inzwischen sehr gebessert.

Sorgen bereiten dem Unternehmen zudem Ermittlungen der EU. Eberspächer ist zusammen mit anderen Autozulieferern wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kartellrecht in das Visier der EU-Kommission geraten. Der Vorwurf: wettbewerbsverzerrende Preisabsprachen.

Deshalb bildete der Konzern Rückstellungen in Höhe von 12,6 Millionen Euro. Zugleich verschlechterte die Entwicklung in Russland das Ergebnis. „Wir müssen dort in einer schwierigen Situation überwintern“, sagte Martin Peters, Geschäftsführender Gesellschafter. In Russland hat der Zulieferer, der langfristig auf diesen Markt setzen will, zwei Werke mit rund 300 Mitarbeitern.

Zwei ältere Produkte aus dem Bereich Fahrzeugheizungen, die in Esslingen nicht mehr wettbewerbsfähig hergestellt werden können, produziert Eberspächer bald in China und Polen. Die Kernbelegschaft betrifft die Verlagerung nicht, sagte Baumann. „Der Wegfall von bis zu 45 Stellen wird aufgefangen, indem wir Zeitarbeitsverträge nicht mehr verlängern, und durch natürliche Fluktuation.“ Baumann kündigte noch in diesem Jahr die Produktion einer neuen Heizungsgeneration an. Am Stammsitz Esslingen arbeiten 1600 Mitarbeiter, weltweit knapp 8400.

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