Das Unternehmen des früheren Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt ist stark von der Entwicklungin der Autoindustrie abhängig. Foto: picture alliance/dpa

Der Autozulieferer gerät durch den Umbruch in der Fahrzeugindustrie unter Druck. Der Betriebsrat will um jeden Arbeitsplatz kämpfen – sieht aber auch interne Probleme.

Stuttgart - er Autozulieferer Allgaier in Uhingen bei Göppingen plant einen umfangreichen Abbau von Arbeitsplätzen. Notwendig sei dies wegen des Wandels in der Autoindustrie, aber auch wegen der schlechteren konjunkturellen Entwicklung, teilte das Unternehmen mit. Deswegen sei am Standort Uhingen ein Umbau in verschiedenen Bereichen notwendig. Besonders betroffen ist nach Angaben des Unternehmens der Bereich Automotive – und dort wieder in erster Linie der Werkzeugbau.

Der Betriebsrat kündigte an, er werde um jede Stelle kämpfen. Über die Zahl der von der Streichung betroffenen Arbeitsplätze könne noch nichts gesagt werden, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. Dies hänge auch von den Gesprächen mit der Arbeitnehmervertretung ab. Ziel sei es, den Abbau der Arbeitsplätze sozial verträglich zu gestalten. „Restrukturierungen“ seien auch in der Verwaltung geplant. Die Belegschaft war am Mittwoch in einer Mitarbeiterversammlung über die Absichten der Geschäftsführung informiert worden. Im Bereich Werkzeugbau gingen die Aufträge massiv zurück, erklärte Allgaier. Die Fahrzeugbauer würden Arbeiten von Zulieferern wieder abziehen, um ihre eigenen Kapazitäten besser auszulasten.

Der Markt schrumpft

Ähnlich wie die Geschäftsführung wollte auch der Betriebsratsvorsitzende Stilianos Barembas noch nicht sagen, wie viele Stellen möglicherweise gestrichen werden. Zunächst wolle man vom Management Informationen und Kennzahlen. „Dann können wir sehen, wie es tatsächlich um das Unternehmen steht“, sagte er unserer Zeitung. Auch Barembas erklärte, der Markt für die Lieferungen von Allgaier an die Autohersteller schrumpfe stark. Allgaier produziert im Bereich Automotive unter anderem Presswerkzeuge, mit denen Karosserien geformt werden. Teilweise werden diese an Autobauer verkauft, teilweise fertigt das Uhinger Unternehmen mit diesen Werkzeugen auch selbst Komponenten für Fahrzeuge. Außer Presswerkzeugen stellt Allgaier etwa auch Tanks für Fahrzeuge her.

Betriebsrat sieht auch interne Probleme

Neben dem Wandel in der Autoindustrie machte der Betriebsratsvorsitzende auch interne Probleme für die jetzige Lage verantwortlich. Barembas erklärte, es sei „ein gutes Signal“ an die Belegschaft, dass nun ein dafür verantwortlicher Manager das Unternehmen verlassen habe. Dieser gehörte nicht zur obersten Ebene im Management.

Allgaier steigerte den Umsatz 2018 um sieben Prozent auf 480 Millionen Euro. Noch im Mai hatte der Autozulieferer für das laufende Jahr mit einem weiteren Wachstum gerechnet. Inzwischen wird keine Prognose mehr abgegeben. Die Allgaier Group beschäftigt 1921 Mitarbeiter, davon 1175 in Uhingen. Das Unternehmen liegt in der Hand der Familie des früheren Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt.

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