Ameise – so hieß ein autonomer Bus in Waiblingen, der 2022 getestet wurde. Foto: Gottfried Stoppel

Damit das autonome Auto nicht zu einer neuen Verkehrsflut auf den Straßen führt, muss der öffentliche Nahverkehr mitgedacht werden, meint Andreas Geldner.

Gegen die Forschungsetats der Automobilbranche sind die Fördergelder, die in die Entwicklung des autonomen Fahrens im öffentlichen Nahverkehr fließen, ein Klacks. Das Massengeschäft liegt bei den Fahrzeugen.

 

Und hier träumt die Automobilbranche in ihrem ureigensten Interesse davon, uns das eigene Fahrzeug noch attraktiver zu machen als heute schon. Sie verspricht noch mehr Bequemlichkeit, Flexibilität, Sicherheit, Individualität – und das künftig ganz ohne Führerschein.

Wenn hier der öffentliche Verkehr nicht mithalten kann, wird er es noch schwerer haben als heute. Und das wäre im Hinblick auf Lebensqualität der Städte, Ökologie und Klimaschutz kontraproduktiv. Hier allein auf die Privatwirtschaft zu setzen, hilft nicht weiter: Die findet im Zweifelsfall autonome Taxiflotten lukrativer als selbstfahrende Busse.

Die private Forschung wird es nicht richten

Im Vergleich zum Milliardenmarkt Automobil wird das autonome Fahren im öffentlichen Verkehr immer eine Nische sein. Doch Länder wie die Schweiz, die viel weniger als Deutschland vom automobilen Sektor abhängen, entdecken darin zu Recht eine Marktchance. Und es ist kein Zufall, dass die Ausrüstung für autonome Shuttlebusse beispielsweise von einem Start-up aus Finnland kommt.

Während im Automobilbereich der Staat als Technologieförderer nur eine ergänzende Rolle spielt, steht und fällt das autonome Fahren im öffentlichen Verkehr mit dem staatlichen Engagement.

Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg haben das begriffen. Und es wird Zeit, dass diese Erkenntnis auch in der Bundespolitik ankommt.