Wenn die Feuerwehr mit Blaulicht und Sirenenklang durch die Straßen saust, schauen Kinder genau hin. Im Schwörhaus erfahren sie vom 1. Mai an, wie die Feuerwehr arbeitet – die Ausstellung „Wer rennt, wenn’s brennt?“ des Stadtmuseums macht’s möglich.
Mehr als 4,5 Millionen Mal sind Feuerwehren jährlich quer durch die Republik im Einsatz. Ganz egal, ob es Feuer zu löschen, Menschen und Tiere aus Gefahren zu retten oder bei Unfällen, technischen Notsituationen oder Naturkatastrophen Schlimmeres zu verhüten gilt – die Männer und Frauen, die haupt- oder ehrenamtlich Dienst tun, sind zur Stelle. Kinder sind oft fasziniert, wenn die Feuerwehr mit Blaulicht und lauten Sirenenklang zum Einsatz eilt. Und viele fragen sich: „Wer rennt, wenn’s brennt?“
Kindgerechte Antworten gibt eine Mitmachausstellung, die das Esslinger Stadtmuseum vom 1. Mai bis 3. Oktober im Schwörhaus am Marktplatz zeigt. Dort können Jungs und Mädchen im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren viel Wissenswertes über die Arbeit der Feuerwehren erfahren, in Helm und Uniform schlüpfen und vieles ganz praktisch ausprobieren.
Mitmachen macht Laune
Wer glaubt, Museen würden nur erwachsene Bildungsbürger ansprechen, wird vom Esslinger Stadtmuseum eines Besseren belehrt. „Wir wollen junge Leute durch niederschwellige Angebote gezielt an die Kultur heranführen“, sagt Museumsleiter Hansjörg Albrecht. Mitmachausstellungen sind dafür eine ideale Möglichkeit: Die Vorgänger-Schau „Was macht die Kuh im Kühlschrank?“ war ein großer Erfolg, und schon jetzt zeichnet sich ab, dass die neue Ausstellung „Wer rennt, wenn’s brennt?“ noch besser abschneiden könnte: Schon vor der Eröffnung haben sich 33 Kindergruppen angemeldet. Hansjörg Albrecht fühlt sich durch die große Resonanz bestätigt: „Der Bedarf an solchen Angeboten ist riesengroß.“ Und sie tun gut in einer Zeit, in der sich oft schon Kinder, vor allem aber Jugendliche allzu bereitwillig in virtuellen Welten verlieren.
Mit einer Ausstellung rund ums Feuer und die Feuerwehr trifft das Esslinger Stadtmuseum den richtigen Nerv bei vielen jungen Menschen. Dass die Schau funktioniert, hat sie bereits im Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim bewiesen, wo sie entwickelt worden war. Die Macherinnen und Macher haben eine Ausstellung zusammengestellt, die sich nicht nur sehr schön anschauen, sondern richtig erleben lässt. Da gibt es ein Wimmelbild, das den jungen Besucherinnen und Besuchern zahlreiche Alltagssituationen zeigt, die Feuerwehreinsätze nach sich ziehen können und die die Betrachter erkennen müssen. Ein paar Schritte weiter hängen echte Uniformen für den Feuerwehr-Nachwuchs nebst Helm und Mütze im Spind. Wer mag, darf sich in Feuerwehrmann oder -frau verwandeln und für ein Erinnerungsfoto im nachgebauten Fahrerhaus eines Feuerwehrautos posieren. Demonstriert wird auch, wie sich die Löschtechnik vom simplen Eimer über die Kübelspritze bis hin zur modernen Löschtechnik entwickelt hat. Kinder können ausprobieren, wie eine Eimerkette funktioniert – damit es im Schwörhaus keine Überschwemmung gibt, ersetzen blaue Schaumstoffbälle das Wasser.
Die Schau zeigt immer neue Seiten
Weil Feuerwehrleute die verschiedensten Knoten im Schlaf beherrschen müssen, können die Kids die wichtigsten Knüpftechniken ausprobieren. Fototafeln und Medienstationen zeigen, wie vielfältig die Arbeit der Feuerwehrleute ist und welche Herausforderungen sie meistern müssen und wie viel Köpfchen sie brauchen. Und weil die Feuerwehrtechnik immer ausgeklügelter geworden ist, können Besucherinnen und Besucher ausprobieren, welche Gerätschaften in welcher Situation zum Einsatz kommen. Auf einem Stadtplan kann man im Wettlauf mit der Stoppuhr den schnellsten Weg zum Einsatzort suchen. Im Feuerlabor kann man unter kundiger Anleitung ausprobieren, wie Feuer entsteht und welche Stoffe am einfachsten entflammbar sind. In den Pfingstferien soll ein Feuerwehr-Hörspiel entstehen. Und damit die Ausstellung immer wieder neue Seiten zeigt, hat sich Museumspädagogin Mirjam Grieninger allerlei Sonderaktionen ausgedacht, die die Ausstellung nicht nur für Kinder, sondern für die ganze Familie attraktiv machen. „Vielleicht hat der eine oder andere hinterher ja Lust, sich selbst bei der Feuerwehr zu engagieren“, hofft Museumsleiter Hansjörg Albrecht.
Die Ausstellung „Wer rennt, wenn’s brennt?“ ist bis 3. Oktober im Museum im Schwörhaus am Esslinger Marktplatz zu sehen. Eröffnung ist am Montag, 1. Mai, um 11 Uhr. Dann zeigt die Kindergruppe „Feuerflitzer“ der Esslinger Feuerwehr, wie ein Löschangriff funktioniert.