Der Rundflug über dem Bodensee mit der Blumeninsel Mainau ist ein besonders exklusives Vergnügen. Foto: Internationale Bodensee-Tourismus GmbH/Mende

Der Bodensee boomt. Doch es gibt immer noch Neues zu entdecken. Sieben Ausflugstipps für einen Bodenseeurlaub abseits der Hotspots.

Mehr als 13 Millionen Gäste kommen jedes Jahr an den Bodensee – und treten sich in Meersburg oder auf der Mainau, in Konstanz und Lindau förmlich auf die Füße. Doch es gibt auch weniger bekannte Unternehmungen, die man bei einem Bodenseeurlaub ins Programm nehmen sollte. Sieben haben wir aufgelistet.

 

Drei-Gänge-Menü auf dem Motorschiff und Fahrt zur Festspielbühne

Mit dem Schiff zur Seebühne. Foto: BSB/privat

Ein Besuch der größten Seebühne der Welt in Bregenz ist sicher kein Geheimtipp. Und eine Schiffsfahrt auf dem Bodensee ist es noch viel weniger. Aber beides lässt sich auch kombinieren, und das wissen meist nur Einheimische. An vier Abenden im Juli und August geht es mit Motorschiff „Graf Zeppelin“ von Konstanz über Friedrichshafen direkt zur Festspielbühne, auf der in diesem Jahr Madame Butterfly zu sehen ist. An Bord wird ein Drei-Gänge-Menü serviert. Wenn der Applaus verklungen ist, geht es über den dunklen Bodensee zurück. Unter dem Sternenhimmel wird noch eine Mitternachtssuppe serviert, gegen 0.45 Uhr legt das Schiff dann wieder in Friedrichshafen an, in Konstanz endet die Reise um 2 Uhr. Kostenpunkt inklusive Eintrittskarten, Menü und Getränken: 266 Euro.

Einer der schönsten Blicke auf den Bodensee

Hoch über Sipplingen. /Manfred Grohe

Das etwas versteckt liegende Höhengasthaus Haldenhof oberhalb von Sipplingen bietet einen der schönsten Blicke auf den Bodensee mit Mainau, Bodanrück und Alpenpanorama. Die Gegend eignet sich für einen Familienausflug – allerdings ohne Kinderwagen. Auf engen und steilen Wegen führt es zu einer Ruine, durch spektakuläre Schluchten und zu den Sipplinger Churfirsten, einer Gesteinsformation wie man sie sonst nur aus den Dolomiten kennt. Leider ist der Hödinger Tobel seit einiger Zeit wegen mehrerer Erdrutsche gesperrt. Besucher aus dem Großraum Stuttgart können sehen, wo ihr Wasser herkommt. Das Pumpwerk der Bodenseewasserversorgung befindet sich ebenfalls auf dem Sipplinger Berg, unweit vom Haldenhof.

Zahnradbahn von Rorschach

Die Zahnradbahn von Rorschach Foto: Bodensee-Tourismus

Auf der Schweizer Seite des Bodensees geht es etwas ruhiger zu. Empfehlenswert ist eine Fahrt mit der Zahnradbahn von Rorschach hinauf ins 400 Meter höher gelegene Heiden. Der Ort im Appenzeller Land, der einen wunderbaren Blick auf das Nordufer bietet, ist klassizistisch-biedermeierlich geprägt. Das alte Dorf war 1838 vollständig niedergebrannt. Das alle vier Jahre stattfindende Biedermeierfest, bei dem 400 biedermeierlich gekleidete Männer, Frauen und Kinder durch die Straßen ziehen, wird erst wieder 2026 gefeiert. Allerdings lohnt ein Besuch im Henri-Dunant-Museum. Der Gründer des Roten Kreuzes verbrachte in Heiden seinen Lebensabend.

Speisekartenmuseum in Eriskirch

Besondere Speisekarten. Foto: Gemeinde Eriskirch/privat

Da läuft einem das Wasser im Munde zusammen: der gelernte Koch und ehemalige Hoteldirektor Martin Bertele hat im Laufe von 60 Jahren rund 1700 Speisekarten aus aller Welt zusammengetragen und zeigt sie jetzt in seinem Speisekartenmuseum in Eriskirch (Bodenseekreis). Wer wissen möchte, was der bayerische Märchenkönig Ludwig II. gespeist hat, kann es hier herausfinden. Und es gibt auch alte Kochbücher und Küchengeräte zu sehen, unter anderem eine Spätzlespresse mit der Stempelung „LZ“ für Luftschiff Zeppelin.

Zeppelin-Rundflug

Luftschiffe über dem Bodensee. Foto: dpa/Felix Kästle

Womit wir bei einem besonderen Bodensee-Erlebnis wären: die Rundflüge mit dem Zeppelin. Seit 1997 drehen die Luftschiffe neuer Technik über dem Bodensee ihre Runden, wo das Vorgängermodell einst in Friedrichshafen wurden – ursprünglich als Kriegsgerät, wofür sie sich allerdings überhaupt nicht eigneten. Beeindruckend ist schon der Hangar auf dem dortigen Bodensee-Airport. Es ist eine der größten Hallen in Süddeutschland. Billig ist das Vergnügen allerdings nicht. Ein halbstündiger Rundflug über Friedrichshafen kostet schon 320 Euro pro Person. Wer für zwei Stunden den kompletten Bodensee überfliegen möchte, muss sogar mehr als 1000 Euro zahlen.

Haustierhof Reutemühle

Haustierzoo in Überlingen. Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Es muss nicht immer der Affenberg sein: Ganz in der Nähe der Salemer Traditionseinrichtung, in Überlingen-Bambergen, gibt es den Haustierhof Reutemühle. Dort lebt alles, was Kinder füttern und knuddeln wollen. Außerdem gibt es fantasievolle Spielgeräte zum Schaukeln, Rutschen und Beklettern.

Fahrradtour und toller Sonnenuntergang

Das Rheindelta. /Archiv

Für Freunde der Natur ist eine Fahrradtour durch das Rheindelta zwischen der Mündung des alten Rheins an der Grenze zwischen der Schweiz und Österreich und dem neuen Rhein zu empfehlen. Es ist das größte Feuchtgebiet am Bodensee und steht seit 1976 wegen seines besonderen Artenreichtums unter Schutz. Am Rheindeltahaus gibt es Auskünfte, Informationsmaterial und es werden Exkursionen angeboten. Wer dem Betrieb, der sonst am Bodensee herrscht, entkommen möchte, ist hier richtig. Und weil hier der See in seiner ganzen Länge vor einem liegt, lässt sich auch einer der schönsten Sonnenuntergänge genießen.