Turnen ist ein faszinierender Sport – das soll bei der WM in Stuttgart im Oktober weit über die Schleyerhalle hinaus bekannt gemacht werden. Foto: Baumann

Der DTB-Pokal war in diesem Jahr zugleich die Generalprobe für die Turn-WM im Oktober in Stuttgart. Die Organisatoren haben einiges vor – nicht nur in der Schleyerhalle.

Stuttgart - Der deutsche Turnheld Fabian Hambüchen kam in grau, genauer gesagt in grauer WM-Weste samt des Logos der Titelkämpfe dieses Jahres, und setzte damit auch ein optisches Zeichen für die Zeit vom 4. bis 13. Oktober. Dann also, wenn in der Stuttgarter Schleyerhalle die WM steigt. Nebenan, in der Porsche-Arena, fand am Wochenende der alljährliche DTB-Pokal statt, aber das vorherrschende Thema war schon da, na klar, die WM im Herbst, und das nicht nur bei Hambüchen, der offizieller WM-Botschafter ist.

22 000 Zuschauer beim DTB-Pokal

Nachdem die Bilanz des DTB-Pokals am Sonntag gezogen war und Wolfgang Drexler, der Präsident des Schwäbischen Turnerbunds (STB), die insgesamt 22 000 verkauften Karten für die sechs Veranstaltungen an drei Tagen in der Porsche-Arena verkündet hatte, ging der Blick in Richtung Oktober. Klar ist: Bei der dritten Turn-WM in der Landeshauptstadt nach 1989 und 2007 sollen die Titelkämpfe nicht im Neckarpark aufhören. „Wir wollen die WM in die Stadt und ins ganze Land hinaustragen“, sagte Drexler. So steigt am 11. und 12. Oktober im Theaterhaus eine Show mit Artisten aus aller Welt (Salto Mondiale), vom 3. bis 7. Oktober gibt es auf dem Schlossplatz eine Wettkampf-Arena mit dem Stuttgarter Profi-Parcourer und Stuntman Andy Haug. Obendrein werden rund um den Schlossplatz viele Möglichkeiten geboten, um zu turnen und sich zu bewegen. Die Veranstalter haben sich auch ein besonderes Ziel gesteckt: 5000 Schüler sollen an einem WM-Tag auf dem Schlossplatz gleichzeitig einen Salto machen.

Freude an der Bewegung im Mittelpunkt

Auch in die Schulen wird es gehen, der STB nimmt die WM zum Anlass, um Änderungen beim Sportunterricht voranzutreiben. Vereinfacht ausgedrückt sollen dabei nicht mehr angestaubte Übungen wie der Felgaufschwung im Vordergrund stehen – die Freude an der Bewegung soll es sein, Salti, Turnen gegen die Zeit, solche Dinge. Einige Lehrer wurden in Kooperation mit dem Kultusministerium schon geschult.

Ein paar harte Fakten gab es am Sonntag auch noch: Der WM-Etat beträgt 7,5 Millionen Euro, die Stadt Stuttgart beteiligt sich mit drei Millionen Euro, das Land mit zwei. Die Wettkämpfe finden in der Schleyerhalle statt, das Einturnen und Aufwärmen in der Porsche-Arena, trainiert wird in der Scharrena und im Kunstturnforum.

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