Marco Miele auf der Bühne des Friedrichsbau-Varietés. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Er hat im Fernsehen gezaubert, erobert gerade die großen Bühnen und tritt nun mal wieder zuhause auf. Der in Besigheim lebende Marco Miele eröffnet das Sommerprogramm im Friedrichsbau-Varieté.

Es verbietet sich normalerweise über sich selbst zu schreiben. In diesem Falle muss der Autor den Leser um Verzeihung bitten, dass er diese eherne Regel verletzt. Denn der Schreiber dieser Zeilen wurde verzaubert. Auf der Bühne. Von Marco Miele.

 

Berühren ohne Berührung

Opfer? Assistent? Zauberlehrling? Man steht da, die Arme ausgebreitet, blind, die Augen mit einer Binde verdeckt. Und soll sagen, wann und wo man berührt wird. Man spürt ein deutliches Stupsen, links, recht, auf dem Kopf, auf dem Arm. Als man die Binde abnehmen darf, sagt Marco Miele (45), er habe einen gar nicht berührt. Wie? Tatsächlich, die Zuschauer bestätigen das.

Berühren mittels Geisteskraft. Mit diesem Trick hat der in Waiblingen geborene Miele, Sohn italienischer Einwanderer, schon die Ehrlich-Brothers bei der RTL-Show „Das Supertalent“ verblüfft, die von einem „Wunder“ sprachen. Und wie geht das? Darauf gibt es natürlich keine Antwort – Zaubererehre.

Ein Engel kommt

Es ist Magie. Belassen wir es dabei. Und das passt zum Programm, das Miele im Friedrichsbau zeigt. Er erzählt die Geschichte eines Malers, in dem ein Engel magische Kräfte weckt. Man merkt, er liebt es, Geschichten zu erzählen. Eine reine Nummernrevue, die Trick an Trick reiht, ist seine Sache nicht. Das Handwerk muss stimmen, klar, die Technik auch, erst jüngst ließ er wieder etwas basteln. „Aber wie wird es präsentiert?“, fragt er, „das macht für mich den Unterschied.“ Da feilt er lange daran. „Zwei Wochen bis zwei Jahre“ arbeitet er an seinen Nummern, „fertig werden sie nie.“

Beginn mit einem Zauberkasten

Mit acht Jahren hat er in Waiblingen, wie könnte es anders sein, mit einem Zauberkasten begonnen. In der Stadtbücherei hat er das einzige Zauberbuch ausgeliehen, das es gab. Und dann gezaubert, gezaubert, gezaubert. Anfangs close up, wie das heißt, ganz nah dran am Zuschauer. Später kamen Mentalmagie und Hypnose dazu. Zwischendurch hat er Psychologie studiert, sein Geld als Vertriebler für ein IT-Unternehmen verdient. „Bis ich in einer Besprechung saß und mich gefragt habe, warum ich mich nicht darauf konzentriere, was ich liebe.“ Die Zauberei. Vor zehn Jahren war das. Seitdem ist er hauptberuflicher Magier. Nun gastiert er von Donnerstag, 15. Juni, an, vier Tage im Friedrichsbau. Ein Heimspiel. Rund 300 Fans haben sich angekündigt. Und warten darauf von Miele berührt zu werden. Ohne berührt zu werden. Aber wie macht er das bloß?

Sommerprogramm im Variete

Marco Miele
Der Magier zeigt sein Programm „Marco und Julie – I will find you“, 15 bis 18. Juni.

Rock Stories
Die Show ist eine musikalische Hommage an die großen Bands und Hymnen der Rockgeschichte. Und ein Blick hinter die Kulissen. 24. Juni.

Ararart #2.0
Eine inklusive Theaterperformance der Theatergruppe Kulturinitiative Bohnenviertel und der Theatergruppe der WEK Esslingen-Kirchheim. 25. Juni.

The Firebird Jukebox- Die Rock’n’Roll Show.
Die Firebirds spielen die bekanntesten Rock’n’Roll-Songs. 30. Juni und 1. Juli.

KABARET KALASHNIKOVTAVERNA STORIES – EIN WILDES WODKA-VARIETÉ.
Artistik, Live-Musik und Humor. 6. Juli bis 9. Juli.

Senseation
Die 19. Absolventenshow der Berliner Artistenschule. 14. Juli und 15. Juli.

Infos und Karten
Mehr Informationen über https://www.friedrichsbau.de/2023/06/13/gastspielsommer-2023/