Der heilige Jakobus steht wieder in der Liebfrauenkirche. Foto: Martin Kneer

Der Heilige ist wieder in die Liebfrauenkirche eingezogen und als Figur aufgebaut. In Bad Cannstatt sollen nun mehrere Pilgerwege und Kirchen verbunden werden.

Mit der Sanierung der Liebfrauenkirche in Bad Cannstatt war der Heilige Jakobus, der auf einem Seitenaltar stand, weg gekommen und restauriert worden. Pfarrer Andreas Krause hat ihn wieder aufstellen lassen und die Idee für den Anschluss des Jakobuspilgerwegs ward geboren.

 

Vor knapp einem Monat wurde der Pilgerweg von Bad Cannstatt nach Esslingen eröffnet, wenige Tage vor dem Gedenktag des Heiligen Jakobus am 25. Juli. 33 Wanderer waren bei der Eröffnung des Pilgerwegs dabei, darunter auch der evangelische Dekan Eckart Schultz-Berg, der die Idee gut findet und die weiteren Pläne von Andreas Krause. Denn der katholische Pfarrer möchte einen ökumenischen Pilgerweg in Bad Cannstatt schaffen. Er will den Martinspilgerweg mit dem Jakobuspilgerweg verbinden über die hiesigen evangelischen und katholischen Kirchen: Von St. Martin über die Stadtkirche und die Lutherkirche, die Uffkirche und die Liebfrauenkirche sollen miteinander verbunden werden.

Jakobuspilgerweg geht über die Grabkapelle nach Esslingen

Für den 14 Kilometer langen Jakobuspilgerweg muss nun noch eine Beschilderung geschaffen werden. Von der Liebfrauenkirche in der Wildunger Straße führt die Strecke über die Rommelshausener Straße, die Lerchenheide, den Kappelberg und den Württemberg mit der Grabkapelle weiter nach Esslingen in die Frauenkirche.

Pilgerstempel von Jakobus und St. Martin

Die Beschilderung ist in Planung, wie Pfarrer Krause erklärt. Auch soll ein Pilgerstempel erstellt werden von Jakobus und von St. Martin. Bei der Eröffnung bekamen die Pilger am Schlusspunkt in Esslingen die Pilgerstempel in der Paulskirche. Zudem hatten die Pilger in Esslingen zum Abschluss von Thomas Dietz eine Kirchenführung durch die Frauenkirche und St. Dionys erhalten. Bis zu sechs Stunden war die Gruppe unterwegs. Es gab immer wieder zwischendrin Innehalten, Impulse und Pausen.

„Wir haben sehr viel positive Rückmeldungen bekommen“, resümiert Krause. Es seien auch drei Jakobuspilger dabei gewesen, die schon zu Fuß nach Santiago de Compostella gewandert sind.

Flohmarktteam hat die Sanierung der Statue finanziert

Der Heilige Jakobus der Ältere ist in der Liebfrauenkirche zu finden. Für ihn gibt es auch eine Kerze hinter dem Altar. Er ist einer der zwölf Apostel und der Bruder des Johannes. Der Legende nach ist er als Märtyrer gestorben und in Santiago de Compostella beerdigt. Er gilt als der Pilger-Heilige. Seit der letzten Sanierung der Liebfrauenkirche ist er nicht aufgestellt worden. Er war auf einem Seitenaltar vorne rechts. Pfarrer Martin Kneer, Krauses Vorgänger, hatte festgestellt, dass dort ursprünglich eine Herz-Jesu-Statue gestanden hatte. Die steht nun wieder dort. Und Jakobus hat hinten gleich neben dem Haupteingang zur Kirche in einer leeren Nische einen würdigen Platz gefunden. Die Figur wurde saniert. Die Kosten hat das Flohmarktteam finanziert mit 4300 Euro und die Aufstellung schlug mit 5000 Euro zu Buche. Sie wurde aus dem Erbe von Pfarrer Reichart bezahlt, der lange Zeit Pfarrer in Bad Cannstatt gewesen war.

Heiliger Jakobus stammt aus dem 15. Jahrhundert

Die Figur des Heiligen Jakobus in der Liebfrauenkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist eine gotische Holzplastik mit den Pilgerattributen, mit denen der Heilige im Mittelalter dargestellt und verehrt wurde: Mantel, Stab, Reisetasche, Hut. in einer Festschrift 50 Jahre Liebfrauen ist von einem Muschelhut geschrieben, vielleicht weil die Form des Hutes einer Muschel ähnlich ist. Die Jakobsmuschel ist ein Zeichen für den Jakobuspilger und öffnet ihm Tor und Tür für Gastfreundschaft, Essen und Trinken und Übernachtung.

Die Figur befand befand sich lange Zeit in der St. Martins-Kirche auf dem Dachboden, bis sie 1924 in der Oberen Sakristei in Liebfrauen aufgestellt worden ist und dann wohl so um 1959 anstelle der Herz-Jesu-Statue am rechten Seitenaltar aufgestellt worden ist.

Weitere Informationen gibt es unter www.gesamtkirchengemeindestuttgart-neckar.drs.de