Frisch zubereitet schmeckt es meist besser als aus der Dose Foto: dpa

„In der jetzt kälteren Jahreszeit stellt man seinen Speiseplan gern etwas um und kocht wieder nach Herzenslust heiße Suppen“, schreibt Margarete Haag.

Stuttgart - „In der jetzt kälteren Jahreszeit stellt man seinen Speiseplan gern etwas um und kocht wieder nach Herzenslust heiße Suppen“, schreibt Margarete Haag aus Jettingen: „In meiner Kindheit (Nachkriegszeit) gab es oft schon zum Frühstück eine Suppe – entweder eine Brotsupp‘, eine Milchsupp‘ mit Kartoffeln oder heiße Milch mit Haferflocken drin. Erst später, als es wirtschaftlich wieder aufwärts ging, gab es morgens dann auch frisches Brot mit Marmelade.

Mein Schwiegervater erzählt uns Kindern auch heute noch, wie es während des Kriegs und der Gefangenschaft in Frankreich war und was es dort zu essen gab: meistens eine wässrige Suppe. Manchmal erzählten sich die Gefangenen vor lauter Hunger gegenseitig die Rezepte, die sie noch von zu Hause kannten. Mein Schwiegervater war beeindruckt, was die Männer alles wussten. Damals war es ja nicht üblich, dass die Männer auch mal am Herd standen; das war reine Frauensache.

Eine gute Suppe muss jedoch weder aufwendig noch teuer sein. Ich habe diese Woche auf die Schnelle eine ,Ruck-zuck- Suppe‘gekocht, die gut schmeckt und auch noch satt macht. Das Rezept dazu ist ganz einfach: Man nimmt ca. 2 EL Butter, 2 kleinere Eier, Weckle (Brot, Brezeln oder anderes salziges Gebäck), Salz, Muskat, eventuell klein gehackte Petersilie, rührt alles mit dem Löffel zu einer festen Masse und lässt es stehen. Wichtig: Man verwendet dafür so viel trockenes und fein geriebenes Brot, bis eine feste Masse entsteht. Sodann kocht man eine Gemüse- oder Fleischbrühe auf. Aus der Brotmasse formt man mit nassen Händen kleine Klößchen, gibt diese in das kochende Salzwasser und schaltet dann den Herd zurück. Sobald die Klößchen oben schwimmen, kann man den Herd ganz ausschalten. Wenn die Klößchen gar sind, nimmt man sie heraus und legt sie auf eine Platte, bis man sie mit der Brühe serviert.“

Das „Feuerbacher Lied“ („Fern von Dir, geliebter Jakob“), das nach Meinung anderer Leser ein „Botnanger Lied“ sein soll, beschäftigt uns weiterhin. Herbert Häbich aus Kernen reagiert augenzwinkernd auf den gestrigen Beitrag „Feuerbächer vereinnahmen Botnanger Kulturgut“: „Die Bodamor Hymne isch au net ganz hasarei. Sie, die Bodamer, waren nicht auf der Sonnenseite des Lebens angesiedelt und waren deshalb früher gezwungen, aus den angrenzenden Wäldern Brennholz und ein Stück Wildbret zu holen. So auch beim Dichten. Der erste Vers der besagten Hymne ist nicht geklaut, sondern in Tübingen entlehnt. Die Feuerbächer können also an solchem Gut kein Eigentum erwerben.

Der dritte Vers mit dem besagten Karle ist der zweite der Tübinger Gogenhymne, welcher seine Bräschtleng mit der Lache düngt. Ich habe in meiner Familiengeschichte über diese beiden Hymnen geschrieben: Die Tübinger Verse erzählen das Vorgehen beim damaligen Düngen von Bräschtlingsfeldern. Die Botnanger Verse sind eher ein Konglomerat des Lebens. Die Mutter schickt einen Milchkrug, dessen Inhalt zumindest für die Wissenden, nicht mehr zu gebrauchen ist (,weil a Maus neigfalla isch‘). Was passiert mit der Milch? Der Zuhörer wird enttäuscht. Wie lässt sich dieser Milchtopf noch gebrauchen? Fehlanzeige! Botnanger zwingen dem Zuhörer keine Lösung auf. Er darf für sich selbst eine Problemlösung finden. Das soll nicht heißen, dass Botnang keine eigenen Lieder hat. Hier ein Beispiel:

Lompa, Alteise, Zeitongspapier

ond en alda Kaschda ond a alds Klavier.

Wenn sie alles haben, bringens sie’s

zu mir – Lombahanna Bautna

Vaihingerstraße vier.

Nebenbei sei erwähnt, dass der erste Totengräber Häbich, der im Jahre 1757 verstorbene Johann Georg war. Dieser Job wurde ihm wohl von seinem Vater Christoph, Heimbürge und Richter, zugeschanzt. Die Mutter war a Feuerbächere, a Schweinehirtentochter.“

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Klaus Riegraf aus Stuttgart. Er schreibt: „Auf meine Frage ,Schmeckt’s?‘ antwortete mal ein Bekannter nach Beginn seines Verzehrs ganz ernst: ,Wenn’s schmecka dät, dät i’s net essa.‘ ,Die Erklärung: ,Schmecka‘ sagt man im Schwäbischen ja auch, wenn etwas übel riecht, also ,wenn’s schmecka duat‘.“ Ganz ähnlich schreibt Gerda Schmid aus Nürtingen: „Wenn man meinen Opa fragte, ,schmeckt’s‘?, konnte er sagen: ,Wenn’s schau schmecka dät, dät es nemme essa.‘“

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart, ­Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; E-Mail: land@stn.zgs.de