Rotznase Foto: dpa

Die Fasnet ist vorbei, deshalb soll die gute Laune aber nicht versiegen. „Auf gut Schwäbisch“ ist gerne behilflich, die Stimmung hoch zu halten. Heute mit unseren gesammelten Leser-Beiträgen zum Thema „Rotznas“.

Stuttgart - Die Fasnet ist vorbei, deshalb soll die gute Laune aber nicht versiegen. „Auf gut Schwäbisch“ ist gerne behilflich, die Stimmung hoch zu halten. Heute mit unseren gesammelten Leser-Beiträgen zum Thema „Rotznas“.

Barbara Kocka aus Heidenheim schreibt: „Mein Vater (Jahrgang 1912) hat manchmal drastisch gesagt: ,Dem muasch halt Rotz om da Backa schmiere.‘ Eine harmlosere Variante wäre wohl ,Brei ums Maul schmieren‘ – für Leute, denen man (elegant formuliert) ,flattieren‘, also schöntun musste.“

Von Christa Dietz aus Ötisheim stammt dieser Beitrag: „Trifft en Bua en äldera Ma mit rode Bäckla ond sait zu ihm: ‚Gell, rode Backa kommet vom Rotweisaufa ond blaue Nasa kommt vom Schnäpsla.‘ D’ruff sait dr Ma zom Bua: ,Ja, ond Rotznosa kommet vom Gymnasium.‘“

Engelbert Eberwein aus Wolfschlugen zitiert seinen Opa: „Wenn er einen jungen Burschen mit einem jungen Mädchen im Arm gesehen hat, sagte er: ,No dr Rotz am Baka, aber scho a Mensch (Mädchen) em Arm.‘

Wenn jemand einen Gesichtsausdruck hatte, der ihm nicht gefiel, konnte er sagen: ,Der hot aber a G’sicht wia zertreadana Lachaschapf‘ (ein Schöpfeimer zum Gülleschöpfen).“

Hans Münzinger schreibt: „Früher hend Kender Rotznasa ghet, heit hend Rotznasa Kender.“

Eine ganze Spruchsammlung zum selben Thema verdanken wir Horst Roßmann aus Sindelfingen: „Als ich noch ein kleiner Junge war und meine Nase lief, pflegte meine Mutter immer zu mir zu sagen: ,Putz au dei Rotzglock!‘ Ein weiterer Spruch, der mir in Erinnerung ist, lautet: ,Mei‘ Vadder isch vo‘ Weil (Weil im Schönbuch) ond hot sechs Gäul. ond i’ hau Rotz am Backa bis henter d‘ Auralappa.‘ Ein weiterer Spruch lautet: Ond jetzt senget mir des schöne Lied, i’ kah vor lauter Rotz et schnaufa.‘ Dazu noch eine passende Bauernregel: ,Friert dr Rotz ans G’länder, no wiard’s Wenter.‘“

Dem ist eigentlich nur ein Spruch von Hans-Günter Raub aus Stuttgart-Kaltental hinzuzufügen, der auch unser schwäbischer Spruch des Tages sein soll: „Wenn jemand Schnupfen hat, pflege ich zu sagen: ,Gell, bei dir isch’s omkehrt – laufa duad d’ Nas, ond riacha dend d’ Fiaß.‘“

Und hier noch ein kleiner, aber wichtiger Nachtrag zum gestrigen Schurzzipfel-Kiachla-Rezept: Eine wichtige Zutat fehlte – nämlich ein Würfel Hefe.

Wir freuen uns auf ihre Zuschriften. Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart, ­Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; E-Mail: land@stn.zgs.de