Die französische Flagge weht anlässlich 50 Jahre Elysee-Vertrag. Doch auch sprachlich sind wir uns nahe. Foto: dpa

Mit seiner Nachfrage „Was ist ein Gugommer?“ hat Zeitungskollege Steffen Rometsch einiges ausgelöst. Deshalb heute weitere Beiträge von unseren Lesern.

tStuttgar - Mit seiner Nachfrage „Was ist ein Gugommer?“ hat Zeitungskollege Steffen Rometsch einiges ausgelöst. Deshalb heute weitere Gugommer-Beiträge von „Auf gut Schwäbisch“-Lesern.

Monika Will aus Leonberg schreibt: „Man muss gar nicht bis zur lateinischen Sprache zurückgehen, um auf die Wurzeln des schwäbischen ,Gugommer‘ zu kommen. Schließlich weist das Schwäbische viele französische Lehnwörter auf (darüber haben wir bereits mehrfach berichtet, d. Red.). So heißt die Gurke auf französisch ,concombre‘ was bei uns zu gugommer wurde. Andere (bekannte) Lehnwörter: duschuur (toujours = immer), (mach me ned) schalu (jaloux – im Schwäbischen allerdings nicht im Sinne von eifersüchtig, sondern von verrückt gebraucht), blafoo (plafond = Decke), schässloo (chaiselongue = Liegestuhl, im Schwäbischen aber für Sofa gebraucht), lawaboo (lavabo = Waschtisch), muggafugg (mocca faux, im Schwäbischen für Ersatzkaffee oder einfach für zu dünner Kaffee gebraucht), fladdiera (flatter = schmeicheln), bussiera (baiser = küssen), zom bassledoo (pour passer le temps = zum Zeitvertreib). Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen Es entbehrt nicht eines gewissen Charmes, dass sich der eher als grob geltende Schwabe Lehnwörter einer eleganten Sprache bedient.“

Ähnlich liest sich die Erklärung von Stefan Köngeter aus Stuttgart. Er schreibt: „Gerne lese ich Ihre Schwäbisch-Rubrik, da ich – wenn auch erst 48 Jahre alt (oder schon?) – einige der alten Begriffe, die ausgestorben sind, noch kenne. Dazu gehört auch der Gugommer-Spruch, den mein Opa zitierte. Was den Ursprung betrifft, habe ich folgende Erklärung: Da die französische Sprache hier einst modern war, sind doch manche Worte ins Schwäbische übernommen worden.“

Abschließend der Beitrag von Gerda Epting: „Als ich das Wort ,Gugommer‘ gelesen habe, sind mir viele Begriffe aus meiner Kindheit (ich bin Jahrgang 1940) eingefallen. Außer den Gugommer die Badenga, der Blavo, das Trotwa und vieles andere mehr. Eine alte Frau erklärte mir, dass diese Wörter aus dem Französischen entnommen wurden, als sich die Badener und Württemberger mit den Franzosen bekriegten; es gibt ja auf der Schwäbischen Alb auch die Franzosenschlucht.“

Zum Schuh-Thema der vergangenen Tage bemerkt Renate Nägele aus Schwäbisch Gmünd: „Meine Mutter ging als junge Frau in ein Schuhgeschäft in Schwäbisch Gmünd. Beim vergeblichen Versuch, einen zierlichen Schuh anzuziehen, sagte die Besitzerin des Ladens: ,Baurafiaß ond Pariser Schiala bassat net zamme.‘“

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Karin Bast aus Stuttgart: „Der isch mit älle Wässerla gwäscha ond mit älle Hondla ghetzt.“ Karin Bast fügt hinzu: „Diesen Spruch haben meine Großmutter und meine Mutter für jemanden verwendet, der einen versuchte hereinzulegen.“ Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart, ­Stich­wort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09, E-Mail: land@stn.zgs.de

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