Auf gut Schwäbisch Krautwickel mit Specksoße

Von StN 

Filderkraut Foto: Leif Piechowski
Filderkraut Foto: Leif Piechowski

Frau Abt serviert im Nachgang zum Filderkrautfest ein Rezept für Krautwickel mit Specksoße und Kartoffelbrei.

Stuttgart - „Auch der Herbst hat seine guten Seiten“, schreibt Leserin Irmgard Abt aus Steinenbronn. „Im Oktober wird es Zeit, den Keller wieder frisch aufzufüllen. Sei es mit Kartoffeln, Mehl, Öl, Kraut oder Marmelade. So kann der Winter uns nichts anhaben. Wenn man es frisch vom Bauer holen kann, umso besser. Zum Beispiel: Kartoffeln und unser geliebtes Spitzkraut von den Fildern.“ Im Nachgang zum berühmten Filderkrautfest vom vergangenen Wochenende serviert Frau Abt ein Rezept für zwölf Krautwickel mit Specksoße und Kartoffelbrei: „Einen mittelschweren Krautkopf in kochendes Salzwasser setzen und die Blätter ablösen,wenn sie halb weich sind. Den Strunk herausschneiden. Die dicken Rippen werden mit dem Messer etwas abgeflacht. Des Weiteren werden benötigt:

1 kg Hackfleisch, gemischt

250 g in Würfel geschnittener Speck

4 harte Brötchen (sie werden in Milch eingeweicht)

2 Eier

2 gehackte Zwiebel

1 1/2 l Wasser

4 EL Bratensaft

1 EL Tomatenmark

3 EL Schmalz oder Butterschmalz

Pfeffer, Salz und viel Petersilie

12 Zahnstocher, um die Wickel aufzuspießen, Bindfaden

Zubereitung:

Das Hackfleisch, die Eier, die eingeweichten Brötchen, die Gewürze und die Zwiebeln fest zu einem Teig kneten. Das Ganze auf die ausgebreiteten Blätter legen – ca. eine Handvoll für jedes Blatt. Rechts und links einschlagen und zusammenrollen und mit einem Zahnstocher fixieren.

In einem Gänsebräter das Schmalz erhitzen und die Wickel fest aneinanderreihen. Das Wasser mit dem Bratensaft und Tomatenmark kurz separat aufkochen lassen und über die Wickel gießen. Eine Stunde köcheln lassen. Den Backofen auf 220 Grad schalten, die Speckwürfel darüberstreuen und eine halbe Stunde weitergaren lassen, damit eine schöne Kruste entsteht. Mit Kartoffelbrei schmeckt’s besonders gut. Man kann die Krautwickel aber auch mit Brot servieren.

Wie wäre es noch mit einer ,Filder-Daie‘ für den Nachmittag und neuem Most dazu statt Kaffee? Kraut klein schneiden und mit Salz, Kümmel, 1 Eigelb, 200 g Schmand, 1TL Mehl, Schnittlauch, gehackter Zwiebel in die Pfanne geben. Auf einem gut gegangenen Hefeteig auf dem Blech verteilen und bei 200 Grad ca. 20 Minuten backen. Zu bedenken ist jedoch diese Bauernweisheit: ,Wer em Frühjohr Kraut ond Zwiebla sät oder setzt, der wird em Herbscht reacht Darmwend ernta.‘“

Von Leser Reinhold F. Keller aus Eberdingen-Hochdorf stammt dieser Kurzbeitrag: „Worom stoht dr Gockler uf ond schreit Kikeriki? Ganz oifach: Wenn d’Henna ufstehn, hot’r nex me zom Saga.“

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leser Herbert Hauser aus Sindelfingen: „Wenn meinem Cousin etwas gleichgültig war, pflegte er zu sagen: ‚Des interessiert mi so wenig wia d’Grabba (die Raben) der Sonndich!‘“

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