Fußball Foto: dpa

Unsere Leserinnen und Leser berichten von einigen Erlebnissen rund um das schwäbische Wörtchen „he“.

Stuttgart - Einige Erlebnisse rund um das schwäbische Wörtchen „he“.

Horst Hülk aus Gerlingen erzählt: „Es geschah beim Ablöse-Freundschaftsspiel für Rolf Geiger, der Mitte der 50er Jahre vom 1. FV Salamander Kornwestheim zu den Stuttgarter Kickers wechselte. Ich stand bei der Lurchi-Mannschaft im Tor. Beim Versuch, einen Granaten-Pfostentreffer der Blauen durch einen waghalsigen Hechtsprung zu erwischen, knallte mir der voll durchlaufende Linksaußen der Degerlocher unabsichtlich seinen Böller (so hießen damals die Fußballstiefel) mit voller Wucht ins Gesicht. Ich war auf der Stelle bewusstlos, und meine Freundin, die als Zuschauerin neben zwei hundertprozentigen Fans stand, hörte den einen zum anderen sagen: „He, der isch hee!“ Nachdem ich innen und außen an Kinn und Mund mit 23 Stichen genäht worden war, war ich vier Wochen lang fast derselben Meinung.“

Aus Mühlacker schreibt Alfred Grupp: „Vor vielen Jahren, als unsere italienischen Gastarbeiter zur deutschen Sprache fast nur über den Dialekt fanden, war ein Arbeiter einer Baufirma aus der hiesigen Gegend tödlich verunglückt. Bei der Beerdigung wollte nun auch ein italienischer Kollege ein paar Abschiedsworte sprechen. Er trat ans Grab und sagte: „Karle war guder Kamerad, schade, dass hee.“

Gabriele Gottstein aus Stuttgart berichtet: „Diese Geschichte hat sich vor über 30 Jahren im Remstal ereignet. Damals arbeitete ich im Büro eines Schorndorfer Betriebs, in dem Maschinen her­gestellt wurden, die für jeden Kunden ­speziell nach dessen Anforderungen produziert wurden. Einmal konnte ein zugesagter Liefertermin nicht eingehalten werden, weil eine fertige Maschine auf dem Weg zum Verpacken vom Gabelstapler gestürzt war. Dies war dem auf den guten Ruf des Unternehmens bedachten Verkäufer sehr unangenehm; daher musste ein Monteur den ungeduldigen Kunden telefonisch in Kenntnis setzen.

Zunächst erklärte er: ‚’s Gerät isch na­ghagelet.‘ Am anderen Ende der Telefonleitung herrschte offenbar Verständnislosigkeit. Daraufhin bemühte sich der Monteur sehr um eine auch nördlich der Mainlinie verständliche Ausdrucksweise: ,Das Gerät isch hinuntergehagelt.‘ Schließlich musste doch noch der – inzwischen auch grinsende – Verkäufer über das Malheur aufklären.“

Zu guter Letzt ein Beitrag von Winfried Ellinger. Er zitiert ein Gedicht von Werner Veidt aus dessen Büchle: „I möcht amol wieder a Lausbub sei.“

’s Barometer

Em Lehrer sei Theobald,

kaum fünfahalb Jährla alt,

kommt zu seim Vadder mit

glücklichem Strahle:

Babbe, sait’r, ’s Barometer isch gfalle!

Jo, moint d’r Babbe,

dees fällt heit no meh.

Nei , sait d’r Klei, uff de Boda, ’s isch hee! Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Richard Hengel aus Winnenden. Er zitiert wiederum den schwäbischen Humoristen Albert Hofele aus den fünfziger Jahren: „Es isch no nie en Hudler z’bald komma.“

Beim Spruch des Tages von Albertine Metzger am Dienstag hat sich ein kleiner Übermittlungsfehler eingeschlichen: Statt „Kärle“ schmieren, muss es natürlich „Kärre“ (Fahrzeuge) heißen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.