Foto: Fürst Developments

Österreichischer Investor muss sich auf Konkurrenz um das Baugelände neben der Brenzkirche einstellen.

Stuttgart - Bei seinen Bauplänen auf dem Killesberg muss sich der österreichische Investor Franz Fürst auf Konkurrenz um das Baugelände neben der Brenzkirche einstellen. Die Grünen und die SPD wollen, dass die Stadt das Grundstück neu ausschreibt, nachdem Fürst sich vom bisher verfolgten Scenario-Entwurf verabschiedet hat. Mit der Fraktion SÖS/Linke werden sie voraussichtlich eine Mehrheit im Gemeinderat dafür bilden können.

Wie die Grünen kann sich die SPD auf dem Gelände gut Wohnungsbau mit einem Anteil von 50 Prozent öffentlicher Förderung vorstellen. Eine mehrere Tausend Quadratmeter große Wellness-Einrichtung, wie von Fürst neben den Wohngebäuden vorgesehen, hält die SPD allerdings für unangemessen.

Außerhalb des Gemeinderats gibt es auch eine Stimme, auf die Bebauung des Grundstücks vorerst zu verzichten, wenn der außergewöhnliche Scenario-Entwurf des Berliner Büros Barkow/Leibinger nicht realisiert werden könne, der zunächst für eine Modemeile und dann für Handel und Gewerbe vorgesehen war. Der Architekt Roland Ostertag sieht in Fürsts Kurswechsel einen Zwang, aber auch eine Chance, über diese einmalige, quartiersprägende Situation gegenüber der Kunstakademie, der Brenz-Kirche und der Roten Wand neu nachzudenken. Der von Fürst vorgestellte Ersatz-Entwurf vom Architekturbüro Ortner und Ortner erfülle in keiner Weise die Anforderungen, die von dieser Situation ausgingen. Nutzungen wie Wohnungsbau, Wellness, Spa, Handel, Gewerbe und andere „Normalnutzungen“ hätten in weniger dominanten Lagen ihre Berechtigung, aber nicht hier, meint Ostertag. Wohnungsbau benötige privates Vorgelände. In diesem Fall drohe der Raum zwischen den Wohnhäusern und der Roten Wand der Öffentlichkeit entzogen zu werden. „Die beste Lösung wäre, das Grundstück nicht zu bebauen, die Bäume stehen zu lassen, es dem öffentlichen Raum, dem Grünraum, zuzuschlagen“, meinte Ostertag. Über eine eventuelle Bebauung solle man erst wieder nachdenken, wenn es eine angemessene Nutzungsidee gebe. Dann müsse die richtige Form der Bebauung mittels eines offenen Architektenwettbewerbs geklärt werden.

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