Im Orionnebel entstehen viele massereichen Sterne. Kürzlich haben Astronomen der Südsternwarte ESO die Helligkeiten und Farben der Sterne dort präzise bestimmt – und dabei Hinweise gefunden, dass es sich möglicherweise um drei Sternen-Generationen handeln könnte. Dies würde bedeutet, dass nicht alle Sterne eines Haufens zur selben Zeit entstanden sind. Foto: ESO

Abends lässt sich derzeit Saturn im Südwesten als Wandelstern gut beobachten. Dagegen lassen sich andere Planeten wie Merkur oder Jupiter kaum blicken. Und auch die Venus ist immer kürzer zu sehen.

Planeten

Stuttgart - Mit Einbruch der immer früher einsetzenden Dunkelheit zeigt sich im Südwesten der Ringplanet Saturn. Er ist zurzeit der einzige helle Wandelstern am Abendhimmel, der gut gesehen werden kann. Gegenwärtig hält er sich im Sternbild Schlangenträger auf. Dabei wird die Zeitspanne, in der man Saturn im Laufe des Oktobers am Abend sehen kann, schnell kürzer. Anfang des Monats geht er wenige Minuten nach zehn Uhr abends unter, am Monatsende aber schon fast zwei Stunden früher. Mitte Oktober ist der Saturnring mit 27 Grad Neigung am stärksten in Richtung Erde geöffnet. Im März 2025 wird die Erde dann die Ringebene von Nord nach Süd überqueren. Für kurze Zeit erscheint Saturn ohne seinen Ring.

Außer Saturn sind die Planeten Uranus und Neptun am Abendhimmel vertreten. Sie sind allerdings so lichtschwach, dass sie mit freien Augen nicht erkannt werden können. Im Teleskop zeigt sich Uranus als winzige, grünliche Murmel. Am 19. steht der grüne Planet der Sonne im Sternbild der Fische genau gegenüber, der Astronom nennt diese Konstellation Opposition. Entdeckt wurde Uranus rein zufällig im März 1781 von Wilhelm Herschel mit einem selbst gefertigten Spiegelteleskop. Uranus benötigt 84 Jahre, um einmal die Sonne zu umkreisen. Zur Opposition trennen uns 2829 Millionen Kilometer von Uranus, das entspricht dem 19-fachen der Distanz Erde-Sonne. Mit 51 118 Kilometer ist sein Durchmesser viermal größer als der der Erde. Fünf große Monde begleiten Uranus. Sie heißen Miranda, Ariel, Umbriel, Titania und Oberon. V

Venus spielt nach wie vor ihre Rolle als Morgenstern. Allerdings verkürzt sich ihre Sichtbarkeitsdauer. Am Monatsanfang geht sie um fünf Uhr morgens auf, Ende Oktober erst eineinhalb Stunden später. Auch Mars lässt sich am Morgenhimmel beobachten. Er wird am 5. von Venus knapp nördlich überholt. Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zieht am 17. am Roten Planeten und am 18. an Venus vorbei – ein interessanter Anblick für Frühaufsteher.

Der Riesenplanet Jupiter hat sich vom Abendhimmel zurückgezogen. Im letzten Oktoberdrittel wird er von der Sonne überholt. Er hält sich am Taghimmel auf und bleibt nachts unter dem Horizont. Auch Merkur zeigt sich nicht, er wandert am 8. hinter der Sonne vorbei.

Sternbilder

Am Sternenhimmel macht sich nun der Herbst bemerkbar. Das Sommerdreieck ist deutlich nach Westen gerückt. Es setzt sich aus den drei Sternen Wega, Deneb und Atair zusammen. Deneb steht dabei noch zenitnah. Steil über unseren Köpfen sieht man das Himmels-W, die Königin Kassiopeia. Der Große Wagen hingegen rollt tief am Nordhorizont entlang.

Hoch im Süden erblickt man ein großes, markantes Sternenviereck. Es bildet den Hauptteil des Pegasus, des geflügelten Pferds der Poeten. Das Pegasusquadrat charakterisiert den Herbsthimmel, weshalb man es auch Herbstviereck nennt.

An das Pegasusquadrat schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. In ihr erblickt man ein schwach schimmerndes, längliches Lichtfleckchen. Dies ist unsere Nachbarmilchstraße, die Andromedagalaxie in fast drei Millionen Lichtjahren Entfernung. Halbhoch am Osthimmel nimmt der Widder seinen Platz ein. Tief im Süden flackert ein heller Stern, nämlich Fomalhaut im Sternbild Südlicher Fisch. Der Name stammt aus dem Arabischen und heißt so viel wie „Maul des Fisches“. Fomalhaut ist 25 Lichtjahre von uns entfernt.

Knapp über dem Südosthorizont ist das Sternbild Walfisch aufgegangen, Cetus mit seinem lateinischen Namen. Es ist schwer zu erkennen, da seine Sterne recht lichtschwach und weit verstreut sind. Der Walfisch ist hier das schreckliche Ungeheuer, das die Prinzessin Andromeda verschlingen will, die aber von Perseus gerettet wird. Im Walfisch findet sich der Stern Mira Ceti, ein pulsierender, roter Riesenstern. Viele Wochen ist er so lichtschwach, dass man ihn mit freien Augen nicht sehen kann. Anschließend wird er wieder heller. Tief am Osthorizont ist der rötliche Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, aufgegangen. Das Wintersternbild Stier kündigt die kommende Jahreszeit an. Im Nordosten fällt ein heller, gelblicher Stern auf, die Kapella im Sternbild Fuhrmann. Es handelt es sich hier um eine 45 Lichtjahre entfernte Doppelsonne.

Mond

Am 5. tritt um 20.40 Uhr die Vollmondphase ein. Der hell glänzende Mond steht dabei im Sternbild Walfisch und überstrahlt alle seine Sterne. In Neumondposition kommt der Mond am 19. um 21.12 Uhr. Seine Erdnähe erreicht der Mond mit 366 860 Kilometer Distanz am 9., während ihn am 25. in Erdferne 405 150 Kilometer von uns trennen.

Sonne

Die Sonne nimmt nun immer südlichere Positionen ein. Am 23. tritt sie morgens in das Tierkreiszeichen Skorpion. Sie wandert den ganzen Oktober über durch das Sternbild Jungfrau und wechselt am letzten Tag in das Sternbild Waage. Die Mittagshöhen gehen um elf Grad zurück, die Tageslänge schrumpft in Stuttgart um eine Stunde und 44 Minuten. Am Sonntag, 29. Oktober 2017, endet die Mitteleuropäische Sommerzeit. Um drei Uhr morgens sind die Uhren um eine Stunde zurückzudrehen.

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