Auf dem sogenannten Azenbergareal im Stuttgarter Norden waren früher das Landesgesundheitsamt und das Max-Planck-Institut ansässig. Foto: StN-Grafik: Lange

20 Architektenbüros sollen Vorschläge für Bebauung mit Wohnhäusern im Norden der Stadt erarbeiten.

Stuttgart - Für ein Filetgrundstück des Wohnungsbaus in Stuttgart hat die Suche nach dem richtigen architektonischen Konzept begonnen: für das sogenannte Azenbergareal im Stuttgarter Norden, wo früher das Landesgesundheitsamt und das Max-Planck-Institut ansässig waren.

Die Epple-Projekt GmbH in Heidelberg, die das Gelände für rund 14 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg kaufte, hat 20 Büros in Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz zu einem Architekturwettbewerb eingeladen. Dabei ließ sie sich vom Gedanken leiten, neben gut eingeführten Büros auch jüngeren Architektenteams eine Chance zu geben. Aus Stuttgart lud der Investor neben Wulf Architekten und dem Büro Blocher Blocher Partners noch die Arbeitsgemeinschaft Frey Architekten und KBK Architekten Belz/Lutz ein, das Büro Birk Heilmeyer und Frenzel, Gramlich Architekten, die Arbeitsgemeinschaft Nike Fiedler, Matthias Riebelmann und Johannes Schreiner Architekten sowie das Büro (se)arch Freie Architekten.

Von außerhalb Stuttgarts kommen die Büros Baumschlager Hutter (Dornbirn), Bilger Fellmeth, Stefan Forster (beide Frankfurt am Main), Burger Rudacs, Goetz Hootz Castorph, Muck Petzet sowie Hild und K (alle vier München), Max Dudler Architekten (Zürich), Prof. Hans Kollhoff Generalplanungs GmbH, Höhne Architekten sowie Kühn Malvezzi (alle drei Berlin), Carsten Lorenzen (Kopenhagen) sowie Riegler Riewe (Graz) zum Zuge.

Das Viertel soll „eigene Identität“ erhalten

Die Sieger des Architektenwettbewerbs sollen bis zum Ende des Jahres feststehen, erklärte Herbert Rabl, Sprecher des Investors. Gefragt seien von den Büros städtebauliche und architektonische Entwürfe für das rund 10.000 Quadratmeter große Areal, das zu 40 Prozent überbaut werden darf. Ausdrücklich wünscht sich die Investorin kreative, unverwechselbare Entwürfe, mit denen Reihenhaus, Stadtvilla, Townhouse oder Mehrfamilienhaus „ganz neu gedacht werden“. Das Viertel soll „eine eigene Identität“ erhalten – auch durch das Zusammenspiel von Architektur und Landschaftsarchitektur.

Frühere Projekte in Heidelberg, die mit Auszeichnungen bedacht wurden, hat die Epple-Projekt GmbH zur Messlatte erhoben. Ihre Hinweise versteht sie allerdings als „Rahmen“, nicht als Festlegungen.

Auch Städtebaubürgermeister Matthias Hahn erkennt noch viel Spielraum für die Architekturbüros. Zum Beispiel in der Frage, wie man mit dem denkmalgeschützten Gebäude des Landesdenkmalamts verfährt. Was hier machbar ist, soll später mit den Denkmalbehörden geklärt werden. Sicher ist: „Das Gebäude bleibt stehen. Die Büros müssen mit ihm planen“, sagt Hahn.

Die Investorin schätzt Hahn als „vorzügliche Bauherrin“ ein. Das Unternehmen hatte sich in den vergangenen Monaten auch um ein gutes Miteinander mit der Stadt bemüht. Gleich nach dem Kauf bekannte sie sich zum Ziel der Stadt mit ihrem Stuttgarter Innenentwicklungs-Modell (SIM), wonach ein Anteil von 20 Prozent öffentlich geförderten Wohnungen entstehen soll. Auch für die Beteiligung von Baugemeinschaften zeigte man sich damals offen.

Im kommenden Jahr erhofft sich die ­Epple-Projekt GmbH das Baurecht für das Vorhaben. In enger Abstimmung mit der Verwaltung wolle man danach eine Abriss-Logistik entwickeln, damit man möglichst früh im Jahr 2014 „mit besonderer Rücksicht auf die Nachbarschaft“ das Baugelände frei machen könne, teilte Rabl mit.

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