Florenc Qosja bei einem Informationegespräch bei Dimak in Tirana. Foto: Thomas Imo/photothek.net

Es gibt legale Wege für Menschen vom West-Balkan, in Deutschland arbeit zu finden. Das Dimak informiert darüber.

Tiriana - Der Titel hat etwas typisch Deutsches, leicht Sperriges, sehr Korrektes. „Deutsches Informationszentrum für Migration, Ausbildung und Karriere (Dimak)“ steht auf einem kleinen Schild. In einem Beratungsraum stehen mehrere Schreibtische, voneinander abgetrennt durch mannshohe Stellwände. Links geht es zu den Mitarbeitern des albanischen Arbeitsamtes, rechts sitzt der Dimak-Mitarbeiter. „Trotz der großen Nähe sind wir keine Arbeitsvermittlungsagentur“, unterstreicht Florenc Qosja, Koordinator des Informationszentrums in Albanien. „Wir informieren unsere Kunden vor allem über Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten in Albanien.“

Eine Art Realitätscheck

Das ist allerdings nur eine Seite der Aufgabe von Dimak. „Ziel ist es auch, über legale Wege der Migration nach Deutschland aufzuzeigen – und wie man dort an eine Arbeit kommen kann“, sagt Florenc Qosja. „Wir machen eine Art Realitätscheck.“ Dabei werden die Menschen allerdings oft ihrer Illusionen beraubt, denn die Hürden sind hoch. Wer in Deutschland arbeiten will, muss die Sprache sehr gut beherrschen, einen anerkannten Beruf haben und ein verbindliches Stellenangebot und ein Arbeitsvisum vorlegen. In den ersten beiden Monaten dieses Jahren haben mehr als 7000 Menschen aus Staaten des Westbalkans eine Arbeitsbewilligung bekommen. Die Arbeitssuchenden sollen auch davon abgehalten werden, einfach nach Deutschland zu fahren, um Asyl zu beantragen, was keine Hoffnung auf Erfolg hat. Die Dimak-Mitarbeiter erklären, dass man sich auf diese Weise die Zukunft verbauen kann, denn ein abgelehnter Asylbewerber bekommt auf Jahre hinaus keine Arbeitserlaubnis mehr für Deutschland. Das erste Dimak-Zentrum wurde im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums im Kosovo gegründet. Weil sich gezeigt hat, dass die Beratung sehr gut angenommen wird, wurden im Herbst 2016 ähnliche Zentren in Serbien und in Albanien eröffnet. Inzwischen kommen täglich mehrere Dutzend Menschen, um sich im Dimak informieren zu lassen. Das Projekt läuft noch bis 2019 uns kostet rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr.

Der Bedarf an Beratung ist hoch

Weil der Bedarf an Beratung sehr hoch ist, sind die Mitarbeiter von Dimak inzwischen dazu übergangenen, auf die Menschen zuzugehen. Es werden Karrieremessen ausgerichtet, wo sich Bewerber direkt bei potenziellen Arbeitgebern über ihre Möglichkeiten informieren können. Bei einer solchen Messe in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, fanden rund 400 Menschen eine Arbeit. Angesichts dieses Erfolges sollen in Zukunft bis zu zehn solcher Events pro Jahr angeboten werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: