Im südfranzösischen Nizza wurden am 14. Juli 86 Menschen von einem Mann mit einem Lastwagen getötet. Die Polizei spricht davon, jetzt einen weiteren Terrorakt verhindert zu haben. (Archivfoto) Foto: dpa

Nach sieben Festnahmen in Straßburg und Marseille sprechen die französischen Behörden davon, eine „terroristische Aktion“ vereitelt zu haben. Die Verdächtigen seien französische, marokkanische und afghanische Staatsbürger.

Paris - Mit mehreren Festnahmen haben Sicherheitsbehörden in Frankreich nach Regierungsangaben einen weiteren Terroranschlag verhindert. Der Inlandsgeheimdienst habe eine terroristische Aktion vereiteln können, die seit langer Zeit geplant worden sei, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Montag in Paris. Er ging dabei nicht näher auf die Anschlagspläne ein und verwies auf laufende Ermittlungen der Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft.

In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag wurden in Straßburg und Marseille sieben Personen festgenommen. Sie seien zwischen 29 und 37 Jahre alt und hätten französische, marokkanische und afghanische Nationalitäten. Die Operation sei das Ergebnis monatelanger Ermittlungen, bei denen Mitte Juni bereits fünf Menschen festgenommen wurden. Zwei von ihnen säßen inzwischen in Untersuchungshaft.

Weihnachtsmarkt nicht von Terrorplan betroffen

Der Straßburger Bürgermeister Roland Ries erklärte, dass der Terrorplan nicht dem Weihnachtsmarkt der Stadt am Rhein gegolten habe. Dies habe ihm Cazeneuve in einem Telefongespräch versichert, sagte Ries nach Angaben des Senders France Bleu Alsace auf einer Pressekonferenz. Der Weihnachtsmarkt in der Altstadt, der jährlich etwa zwei Millionen Besucher anzieht, soll am Freitag öffnen.

„Den Weihnachtsmarkt zu streichen hieße Zugeständnisse an Daesh (die Terrormiliz Islamischer Staat) zu machen“, sagte Ries. Der Weihnachtsmarkt von Straßburg werde einer der am besten gesichertsten Orte Frankreichs sein, versprach der Vorsitzende der Metropolregion, Robert Herrmann.

Der zuständige Präfekt hatte Anfang des Monats gesagt, dass der Weihnachtsmarkt im Zweifel unterbrochen oder abgesagt werden könnte. Im Jahr 2000 war ein Attentat auf den Straßburger Markt verhindert worden. Eine algerische Gruppe hatte einen Sprengstoffanschlag geplant.

Frankreich wurde seit Anfang 2015 von einer Reihe islamistischer Anschläge getroffen. Bei den blutigsten Attentaten wurden am 13. November 2015 in Paris 130 Menschen von islamistischen Kommandos getötet. Zudem tötete am 14. Juli ein Mann im südfranzösischen Nizza mit einem Lastwagen 86 Menschen. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurden in diesem Jahr fast 20 Anschläge in Frankreich vereitelt.

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