Wir haben beim HTC Stuttgarter Kickers im Fotoalbum geblättert. Klicken Sie sich durch.1913
Am 6. August 1913 wird die Kickers-Hockeyabteilung gegründet. Am 13. August spielt das Team erstmals – gegen den Kraftsportverein Stuttgart. Foto: HTC

Deutscher Meister, Europapokalsieger – diese Titel gingen schon an den HTC Stuttgarter Kickers. Das war einmal. Das Herrenteam spielt aktuell in der zweiten Liga, die Frauen sind in die Regionalliga abgestiegen. Langfristig wollen die Hockeyspieler von der Hohen Eiche wieder an alte Erfolge anknüpfen.

Stuttgart - 100 Jahre – solch ein Alter haben noch nicht viele Hockeyvereine in Baden-Württemberg erreicht. Der HTC Stuttgarter Kickers ist einer davon. An diesem Wochenende feiert der Club sein 100-Jahr-Jubiläum. Wie er sich entwickelt hat, welche Schwierigkeiten solch ein ambitionierter Verein hat und wohin die Reise in Zukunft geht – eine Übersicht:

Die Anfänge: 1913 wurde die Hockey-Abteilung des SV Stuttgarter Kickers gegründet. Ein Jahr später hatte die neue Sparte 30 Mitglieder. 1957 trennten sich die Hockeyspieler vom Hauptverein. Hauptsächlich, weil der Platz nicht mehr ausreichte. „Der Schritt in die Selbstständigkeit war die richtige Entscheidung“, meint HTC-Präsident Clemens Weidemann. „Ab da fing der Club an, richtig zu leben“, sagt der Leistungssport-Vorsitzende Mathias Bleyle, „und heute ist der HTC eine Institution im deutschen Hockey.“

Die Erfolge: Die Höhepunkte in der Club-Geschichte sind vier deutsche Vizemeister-Titel 1976, 1977, 1986 und 2006. Im Jahr 2005 wurden die HTC-Herren deutscher Meister. Der Jubel war riesig. Ein Jahr später gewannen sie den Europapokal. Danach begann die Talfahrt. 2008 stieg der HTC nach 28 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit ab.

Die Jugend: Die Nachwuchsausbildung ist das Flaggschiff des HTC: Von den etwas mehr als 800 Mitgliedern sind die Hälfte Kinder und Jugendliche. Mehrfach ist der Verein bereits für seine Jugendarbeit ausgezeichnet worden. „Wir wollen auch weiter in die Jugend investieren“, sagt Weidemann. Denn die Zukunft des Vereins ist der Nachwuchs. „Wir sind leider nicht in der Position, Zulauf aus dem ganzen Bundesgebiet zu haben“, erklärt Weidemann. Um die Strukturen weiter zu verbessern, wurde im vergangenen Jahr ein hauptamtlicher Jugendtrainer eingestellt. Nun laufen bei Andi Sauck alle Fäden ­zusammen.

Um von dem guten Unterbau aber tatsächlich zu profitieren, müsste das Ziel bei den Herren sein, jedes Jahr drei, vier Nachwuchskräfte in die Zweitligamannschaft zu bringen. In den vergangenen zwei Jahren ist das nicht gelungen. „Vor allem deshalb, weil viele Spieler wegen des Studiums oder für Auslandserfahrung wegziehen“, sagt Bleyle.

Die Probleme: Kurz zusammengefasst gab es beim HTC in den vergangenen Jahren zu viele Wechsel und zu wenig Kontinuität. Dabei sind die Voraussetzungen gut. „Die Anlage ist super, die Zusammenarbeit mit den Schulen ebenfalls, und es gab und gibt beim HTC immer wieder gute Trainer“, sagt Karlheinz Brust, Präsident des Hockeyverbands Baden-Württemberg (HBW). Und immer wieder auch herausragende Spieler, wie zum Beispiel Björn Emmerling und Sascha Reinelt, der immer noch aktiv ist. Nach den Erfolgen in den Jahren 2005 und 2006 hätte sich der HTC laut Brust bereits unter den Top-Vereinen gewähnt und nicht den Erfolg als Basis genutzt. „Und ein Großsponsor, wie ihn zum Beispiel der Mannheimer HC hat, ist den Kickers nicht vergönnt.“

Im Verein gab es einfach oft zu viele Richtungen. Auch intern bemängeln einige Mitglieder den fehlenden roten Faden. Dabei gibt es in Stuttgart immer wieder Leute mit tollen Ideen. Der Club hat sich zum Beispiel einen Leitfaden verpasst, ein Programm, um junge Spieler schulisch, beruflich und bei der Ausbildung zu unterstützen, damit sie hier eine berufliche Perspektive sehen und ­bleiben.

Doch oft bleibt von den guten Ideen nur Stückwerk übrig.

Der Vorstand: Zwei Amtszeiten hat das sechsköpfige Team um Clemens Weidemann und Mathias Bleyle hinter sich, bei der nächsten Hauptversammlung im Herbst tritt der Vorstand nun geschlossen nicht mehr an. „Irgendwann sind andere dran“, sagt Weidemann. Jetzt beginnt die Suche nach den Nachfolgern, „aber da sind der gesamte Club und alle Mitglieder gefragt“, sagt Bleyle. Ganz den Rücken kehren wollen die jetzigen Vorstandsmitglieder dem HTC aber nicht. Bleyle will sich zum Beispiel weiter als Jugendtrainer engagieren.

Die Zukunft: „Baden-Württemberg ist groß genug für eine zweite Bundesligamannschaft“, sagt HBW-Präsident Brust. Neben dem Mannheimer HC wäre also noch Platz, vor allem, weil es zwischen Stuttgart und Mannheim auch eine räumliche Distanz gibt. „Wir wollen in der Bundesliga spielen“, betont Weidemann, fügt jedoch absichtlich Erste oder Zweite nicht hinzu, „aber wir streben natürlich die Erste an.“ Dass die Herren in der vergangenen Feldrunde Platz vier in Liga zwei belegten, gibt ihm Hoffnung – zumindest, wenn sich irgendwann die Kontinuität einstellt.

Das Jubiläums-Programm

Samstag, 13. Juli
10 Uhr: Mixed-Turnier (Hockey und Tennis)
12.30 Uhr: Einlagespiel, Allstars gegen 1. Herren
13 Uhr: Cardio-Fitness-Tennis-Session
14 Uhr: Einlagespiel, Pink Penguins gegen Old Stars Merzschule
15.30 Uhr: Tennis-Schaukampf
18.30 Uhr: Offizielle Begrüßung durch HTC-Präsident Clemens Weidemann
19 Uhr: Sommerbüfett (Anmeldung war erforderlich)
21 Uhr: Live-Musik von der Band Upfunkcoolo, anschließend Disco. Tickets gibt es für 15 Euro an der Abendkasse.

Sonntag, 14. Juli
10 Uhr: Weißwurstfrühstück und Jazz- Frühschoppen mit Gee-Hye Lee und Begleitung (Anmeldung war erforderlich)
10 Uhr: Kinder- und Jugend-Tennis-Parcours
14 Uhr: Tennis-Verbandsspiele der Juniorinnen und Junioren

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