Den Ballon gibt es auch in echt – allerdings ohne Sängerinnen und Sänger. Foto: Anna Matysik

Am Montag und Dienstag steigt am Eckensee eine Partitur in die Höhe, mit Heißluft gefüllt und ferngesteuert. Der Ballon ist erst durch einen Animationsfilm gefahren, dann wurde er in Brigachtal als Modellballon gebaut.

S-Mitte - Mit dem heutigen Montag beginnt an und um die Oper das Finale des großen Abschiedsprogramms für Jossi Wieler und einige Ensemblemitglieder. Dabei wird am heutigen Montag, 23. Juli, und am Dienstag auch ein ganz besonderer Ballon aufsteigen, ein echter Opernballon.

Großer Andrang an der Filmakademie

Diesen Ballon hatte es zunächst nur als Animation in einem kleinen Opernfilm gegeben. Damals wollte die Oper einen kurzen Film produzieren lassen und suchte Ideen dafür. Kommunikationschef Thomas Koch nahm deswegen Kontakt zur Filmakademie in Ludwigsburg auf. Dort wurde zu einer Präsentation der Aufgabenstellung eingeladen. „Ich hatte da nicht mit einem großen Andrang gerechnet“, sagt Koch. Tatsächlich hörten sich 40 angehende Filmemacher an, was die Oper sich wünscht, 20 davon reichten nur zwei Wochen später ihre Vorschläge ein.

Die Oper entschied sich für den Animationsfilm von Anna Matysek. Koch: „Das hat uns auf Anhieb gut gefallen.“ Zentrales Element in dem Film, der auf der Webseite der Oper zu sehen ist, ist ein Ballon, auf dessen Hülle eine Partitur gedruckt ist, dessen Korb das Opernhaus ist, und in den immer neue Sängerinnen und Sänger einsteigen.

Die Noten auf der Hülle waren das Problem

Kaum war der Film fertig, stellte sich schnell die Frage: Wer kann so einen Ballon in echt bauen? Fündig wurde die Oper bei der Firma Bölling in Brigachtal. Chef Richard Bölling bietet nicht nur Ballonsport in echten, großen Ballonen an, sondern produziert auch Modellballone. In dem Bereich dürfte das Unternehmen in Deutschland Marktführer sein, Kunden gibt es auch in Tunesien, in den USA und sogar in China. Und im Guinnessbuch der Rekorde steht sie auch: Vor drei Jahren gelang es, 50 Modellballone gleichzeitig in die Luft zu bringen.

„Das war schon eine Herausforderung“, sagt Bölling über den Opernballon. „Es war wegen der Noten auf der Hülle nicht ganz einfach. Die Partitur musste ja passen.“ In vielen Gesprächen mit den Musik-Experten gelang das kleine Kunstwerk, das sechs Meter hoch ist und in dessen Korb die Technik untergebracht ist. Heute und morgen kommt Richard Bölling persönlich nach Stuttgart. Dann lässt er den Opernballon – wenn das Wetter mitspielt – per Fernsteuerung und an der Leine gesichert aufsteigen. Die Termine sind heute um 18 und um 21.30 Uhr, am Dienstag, wenn die Oper an den Eckensee kommt, um etwa 16.20 und um 20 Uhr (www.oper-stuttgart.de).

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