Das Sanierungsgebiet in der Steinheimer Altstadt wird erweitert. Es umfasst nun auch zwei Gebäude, die künftig vielleicht anders genutzt werden – und in die eine öffentliche Einrichtung verlagert werden könnte.
In Steinheim machte zuletzt das Gerücht die Runde, wonach das derzeitige Domizil der Stadtbücherei an der Kleinbottwarer Straße 18 keine Zukunft habe und der Abrissbirne zum Opfer fallen müsse. Bürgermeister Thomas Winterhalter stellt klar, dass an dieser Nachricht nichts dran ist. „Das Gebäude wird nicht abgerissen“, betont er. Dürfe es gar nicht, da es unter Denkmalschutz stehe. Völlig aus der Luft gegriffen sind die Gerüchte aber auch nicht. Denn es könnte durchaus sein, dass die Bücherei zumindest die Räumlichkeiten verlässt und ihr Angebot fortan ein paar Meter weiter unterbreitet. Das ließ sich aus den Ausführungen ablesen, die die Landschaftsplanerin Heide Buff am Dienstag im Gemeinderat machte.
Bücherei könnte umziehen
Buff erläuterte, dass und warum das über der Altstadt liegende Sanierungsgebiet erweitert werden soll. Ein zentraler Entwicklungsschwerpunkt in Steinheim sei die Umnutzung und Aktivierung der historischen Bausubstanz, erläuterte sie. Das betreffe vor allem die ehemalige Klosterkelter mit dem Klosterstüble, die „zum Bürgerhaus mit integrierter Bibliothek“ werden könnten. Zudem sollten die angrenzenden Freiräume öffentlich „erlebbar“ gemacht werden. Überlegungen, für deren Umsetzung dank der Aufnahme in das Sanierungsgebiet Zuschüsse von der öffentlichen Hand nach Steinheim fließen könnten.
Der Rathauschef mag allerdings zu einem möglichen Großprojekt Bürgerhaus plus Bücherei in Klosterkelter und Klosterstüble nicht ins Detail gehen. „Ich kann das weder bestätigen noch dementieren. Es ist noch nichts fix“, sagt er. Es sei aber in der Tat so, dass über eine öffentliche Nutzung der besagten Gebäude in der Kleinbottwarer Straße diskutiert werde und es Ideen dazu gebe. Dabei spielten allerdings eine Menge Dinge wie der Denkmal- und der Brandschutz oder das Baurecht mit hinein. Auch wirtschaftliche Aspekte müssten berücksichtigt und zunächst geklärt werden.
Zusammenlegungen werden untersucht
Winterhalter erinnert daran, dass der kommunale Gebäudebestand in der ganzen Innenstadt untersucht werde. Ein Fachbüro erhebt dabei, wie die Immobilien dastehen, wie hoch der Sanierungsbedarf wäre, ob Synergien durch Zusammenlegungen erzielt werden könnten und welche Häuser besser abgestoßen werden sollten. „In dem Zusammenhang könnte es eben auch zu Rochaden bei den Nutzungen kommen“, kündigt der Bürgermeister an. Es dauere aber noch einige Monate, ehe die Ergebnisse präsentiert werden. Bis dato wird die Klosterkelter als Lager verwendet, im Stüble ist eine Gaststätte untergebracht.
Untersuchungen laufen aktuell auch zum Verkehr, der sich durch die Innenstadt wälzt. Hier wird darüber nachgedacht, die Marktstraße in dem Abschnitt zwischen Lammgasse und Kohlereck umzugestalten. Eine Option wäre, in diesem Bereich im Zusammenhang mit dem anvisierten Neubau von Rathaus und Marktplatz einen Shared Space zu schaffen, also eine Zone, in der sich Autos, Räder und Fußgänger gleichberechtigt im Straßenraum bewegen. Winterhalter verweist darauf, dass der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs zum neuen Rathaus einen identischen Oberflächenbelag für Marktplatz und Marktstraße vorgesehen hat. Da für die Ortsdurchfahrt aber das Land zuständig sei, müsse man sich mit dem Regierungspräsidium Stuttgart in dem Punkt austauschen.