Alte Poststraße in Steinenbronn/Echterdingen Ist die Schranke ein Schildbürgerstreich?

Von Leonie Schüler 

Die Schranke an der Alten Poststraße sollte geschlossen sein – ist sie aber nicht. Foto: Schüler
Die Schranke an der Alten Poststraße sollte geschlossen sein – ist sie aber nicht. Foto: Schüler

Die Absperrung an der Alten Poststraße zwischen Echterdingen und Steinenbronn steht häufig offen. Eigentlich soll sie den im Berufsverkehr sehr beliebten Schleichweg unterbinden. Wir haben nachgefragt.

Echterdingen/Steinenbronn - Seit dem 5. April steht an der Alten Poststraße eine Schranke, die unerwünschten Schleichverkehr daran hindern soll, quer durch den Wald von Steinenbronn nach Echterdingen zu fahren – oder umgekehrt. Denn die Schilder, die bereits in der Vergangenheit die Durchfahrt verboten haben, hatten etliche Verkehrssünder nicht davon abgehalten, die Abkürzung durch den Schönbuch zu nehmen. Jutta Rößler vom Bürger- und Ordnungsamt Leinfelden-Echterdingen schätzt, dass früher etwa 100 Fahrer am Tag und pro Richtung die verbotene Strecke genommen haben.

Seit die Schranke errichtet ist, habe sich die Lage verbessert, sagt Jutta Rößler: „Der Schleichverkehr ist erheblich zurückgegangen. Die Schranke hat Signalwirkung.“ Und das, obwohl Spaziergänger unserer Zeitung berichten, dass sie die meiste Zeit offen stehe. Ein Test vor Ort bestätigt das: Bei der Fahrt am Mittwochnachmittag über die kleine Waldstraße steht die Schranke weit offen. Schilder weisen zwar darauf hin, dass die Durchfahrt verboten ist, doch wer sie ignoriert, hat theoretisch freie Fahrt.

Die Schranke lässt sich umfahren

Walter Stäbler, der die Gaststätte der Schlösslesmühle betreibt, nennt die Schranke einen „Schildbürgerstreich“. Denn selbst wenn sie geschlossen sei, könnten Autofahrer drumherum fahren. „Es ist gut gedacht, aber in der Praxis klappt es nicht“, sagt Stäbler. Er bestätigt aber, dass nun weniger Verkehrssünder durch den Schönbuch brausen, um den Feierabendverkehr durch die umliegenden Ortschaften zu umfahren, „bis auf ein paar Hartnäckige“. Der Gastwirt bemängelt aber, dass jene Besucher, die aus Richtung Steinenbronn kommen, nun nicht mehr auf seinem Hof parken können. Entlang der Straße gebe es aber zu wenig Parkplätze, außerdem seien viele Besucher schlecht zu Fuß. „So kann man keinen Gaststättenbetrieb machen“, kritisiert Stäbler und fordert von der Verwaltung: „Wenn sie die Durchfahrt dicht machen wollen, dann müssen sie uns eine Zufahrt von Steinenbronn machen.“

Für Klaus Limbächer von der benachbarten Walzenmühle ist die Situation hingegen in Ordnung. Er sagt auf Nachfrage: „Soweit funktioniert es für uns. Da es unsere einzige Zufahrt ist – auch für Feuerwehr und Krankenwagen – sind wir jedoch darauf angewiesen, dass niemand im Zufahrtsbereich parkt.“

Ein Jahr lang wird getestet

Jutta Rößler vom Bürger- und Ordnungsamt hofft, dass Walter Stäbler von der Schlösslesmühle noch vom Vorteil der Schranke überzeugt wird. Im Moment laufe die Versuchsphase, die ein Jahr andauern solle. Danach werde beraten, wie es auf Dauer weitergehen könne. „Unser Ziel ist es, die Schranke nachhaltig mit einem Schloss geschlossen zu halten“, sagt sie.

Seitens der Verwaltung werde aber nicht nur abgewartet, sondern man habe ein Auge auf die kleine Straße im Schönbuch. „Das Ziel ist es, das Landschaftsschutzgebiet zu schützen und für Verkehrssicherheit zu sorgen. Das ist ein Riesengewinn“, sagt Jutta Rößler.

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