Erleichterung am Ende der zweiten Finalpartie – Allianz MTV hat mit 3:2 gewonnen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart haben die Finalserie gegen den SSC Schwerin ausgeglichen. Aber: Es war wieder ein ganz enges Ding. Was sagen Trainer und Sportdirektorin zum Spiel?

Am Ende stand die ganze Halle – nicht nur minutenlang, sondern eine gefühlte Ewigkeit. Denn es war klar: Ihr Team braucht alle Unterstützung, die es bekommen kann. Dabei hatte es lange nach einer klaren Angelegenheit ausgesehen.

 

Die Stuttgarterinnen hatten am vergangenen Samstag das erste von maximal fünf Finalspielen beim SSC Schwerin knapp mit 2:3 verloren, zu Beginn des zweiten Duells aber ganz viele Signale der Stärke gesendet.

25:14 hieß es nach dem ersten Satz, den zweiten Durchgang gewann der MTV mit 21:21 – und im dritten Satz sah es ebenfalls so aus, als würde es ein glatter 3:0-Sieg werden. 20:13 lag das Team des Trainers Konstantin Bitter bereits in Führung – doch dann riss komplett der Faden.

Die Schwerinerinnen, Erste nach der Bundesliga-Zwischenrunde, entdeckten ihren fast schon berüchtigten Kampfgeist und holten Punkt um Punkt auf. „Wir haben die Punkte nicht mehr gemacht und wurden nervös“, sagte Bitter. Beim 21:21 hatten die SSC-Spielerinnen den Ausgleich geschafft, mit 26:24 den Satz dann endgültig gedreht und einen vierten Durchgang erzwungen. In dem es noch schlechter lief für die Gastgeberinnen.

Diskussionen zum Start des vierten Satzes

Eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung sorgte für großen Unmut auf Stuttgarter Seite – und dafür, dass die MTV-Spielerinnen lange fahrig und hektisch agierten. Die Folge: Sie machten nach dem 1:1 zahlreiche Minuten lang keinen einzigen Punkt mehr und ermöglichten den konzentriert spielenden Schwerinerinnen einen 10:1-Vorsprung. Zwar kämpfte sich der MTV nach und nach wieder in den Satz, so richtig nah ran kamen sich aber nicht mehr an den SSC. Bedeutete: Wie schon in Schwerin musste die Entscheidung im finalen fünften Satz fallen.

Gut aus Stuttgarter Sicht, dass die Spielerinnen nun ihren vollen Fokus wieder gefunden hatten. Schnell zogen sie auf 4:1 davon, spätre auf 9:3. Zwar ließen sich die Gäste nie komplett abschütteln, sie wehrten am Ende auch drei Matchbälle ab – doch dann war es Alexis Hart, die den Deckel drauf machte. Zur Spielerin der Partie wurde anschließend Krystal Rivers gewählt – die unter den Augen ihrer aus den USA angereisten Tante 29 Punkte gemacht hatte.

„Den dritten Satz hätten wie nie verlieren dürfen“, analysierte die Sportdirektorin Kim Renkema, „wir haben nur überlebt, weil wir uns mental zurückgekämpft haben.“ Bitter meinte: „Wichtig war letztlich, dass wir gewonnen haben“, sagte Bitter. Weiter geht die Finalserie am kommenden Samstag (17.10 Uhr) in Schwerin.