Fordert ein Impfstoff-Update: Alexander Kekulé Foto: dpa/Karlheinz Schindler

Alexander Kekulé macht Druck: Der Virologe kritisiert den Verzicht der Hersteller auf ein Impfstoff-Update wegen der Delta-Variante.

Leipzig -

Der Leipziger Virologe Alexander Kekulé hat mehr politischen Druck auf die Impfstoff-Hersteller gefordert, damit sie die Bereitstellung neuer Impfstoffe gegen das Coronavirus vorantreiben. „Entgegen ihrer ursprünglichen Ankündigungen haben die Hersteller kein Impfstoff-Update auf den Markt gebracht“, warf Kekulé den Unternehmen am Donnerstag im Sender MDR vor. Er verwies darauf, dass die derzeit verfügbaren Vakzine gegen die Delta-Variante des Virus weniger wirksam seien.

Impfstoffe, die dieses Problem lösen könnten, stünden beispielsweise bei Biontech/Pfizer bereits in den Regalen, sagte Kekulé weiter. Sie müssten noch durch die klinische Prüfung. Die Pharmaunternehmen profitierten aber lieber davon, die alten Impfstoffe zu verimpfen. „Es ist die Realität, dass die Hersteller Profit machen wollen und müssen, um ihre Arbeit fortsetzen zu können“, kritisierte der Virologe.

Was die Ständige Impfkommission empfiehlt

In der Debatte um Auffrischungsimpfungen sprach sich Kekulé dafür aus, diese allen Menschen ab 60 Jahren anzubieten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt das derzeit erst ab 70 Jahren. „Die Daten zeigen, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe in Bezug auf die Delta-Variante insbesondere bei älteren Menschen zu wünschen übrig lässt. Menschen ab 60 Jahren profitieren daher von einer Auffrischungsimpfung“, argumentierte Kekulé im MDR. 

Die Booster-Impfungen seien wichtig, um die Sterblichkeit weiter zu reduzieren, betonte der Virologe. Er forderte auch gezielte Kampagnen für mehr Drittimpfungen, denn bislang gebe es auch bei den über 70-Jährigen dafür nur eine schlechte Quote.

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