Der Inzidenzwert in Baden-Württemberg steigt leicht an, auf aktuell 93. (Archivbild). Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Während die Sieben-Tage-Inzidenz in Stuttgart in den vergangenen Tagen leicht zurückgegangen ist, überschreitet die Landeshauptstadt nun wieder die 100er-Marke. Hier geht es zu den aktuellen Daten.

Stuttgart - In der Landeshauptstadt steigt der Inzidenzwert aktuell wieder stark an. Während die Inzidenz gestern nur knapp über der 100er-Marke lag, liegt sie heute mit 112 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen deutlich darüber. Im Vergleich zur Vorwoche verzeichnet Stuttgart einen Zuwachs von 18 Prozent. Zwölf weitere Kreise des Landes überschreiten ebenfalls die 100er-Marke.

In ganz Deutschland sinkt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hingegen weiter auf aktuell 76.

Obwohl die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus bundesweit nicht mehr an die Inzidenz der Neuinfektionen gebunden sind, bleibt der Wert als Gradmesser für das Infektionsrisiko und die Zahl der zu Behandelnden relevant.

In diesem Beitrag veröffentlichen wir die aktuellsten Zahlen zur Entwicklung des Infektionsgeschehens. Wir greifen dafür auf Daten des Robert-Koch Instituts sowie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg zurück. Stand der Daten: 16. September, 10 Uhr.

Corona-Infektionen in Deutschland und Baden-Württemberg

Die per Labortest bestätigten Neuinfektionen bleiben eine wichtige Kennziffer der Pandemie. Je höher der Anteil der Infektionen, desto höher das Risiko insbesondere für Ungeimpfte, sich zu infizieren und ins Krankenhaus zu kommen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz wird für die zurückliegenden sieben Tage und je 100 000 Einwohner berechnet. Deutschlandweit sinkt sie aktuell weiter auf 76.

Die Wachstumsraten sind Mitte August stark gestiegen, ähnlich wie in der zweiten und dritten Welle. Damals ist der Inzidenzwert binnen weniger Wochen um mehr als 100 gestiegen. Derzeit bewegt sich die Kurve für Deutschland wieder nach unten, in Baden-Württemberg stagniert sie.

Das Diagramm zeigt die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland und Baden-Württemberg seit Juli 2020:

Wie sich die Infektionszahlen in den kommenden zehn bis vierzehn Tagen entwickeln, lässt sich an der Reproduktionszahl (auch R-Wert genannt) ablesen. Liegt sie über 1, dann steckt ein Infizierter mehr als eine weitere Person an – die Infektionszahlen steigen. Ein Rechenbeispiel: Bei einem R-Wert von 1,2 werden aus 100 Infizierten binnen vier bis fünf Tagen 120 – und daraus wiederum in weiteren vier bis fünf Tagen 144. Nach weiteren vier bis fünf Tagen gibt es mehr als 170 Infizierte.

Das folgende Schaubild zeigt die Entwicklung des R-Werts seit Beginn der Pandemie:

Bundesweit wurden in den vergangenen sieben Tagen über 63 000 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Werte verteilen sich derzeit sehr ungleich über die Bundesländer. Kein Bundesland liegt im einstelligen Bereich. Konstant am niedrigsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt (33). Besonders hoch sind die Infektionszahlen derzeit in Bremen (113). Doch auch Baden-Württemberg (93) und Hessen (91) kratzen an der 100er-Inzidenz.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Zahlen für die einzelnen Bundesländer. Sie können die Tabelle durchblättern, um alle Länder angezeigt zu bekommen.

In Baden-Württemberg steigt die Inzidenz derzeit leicht an. Im gesamten Land wurden 93 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Nur drei Bundesländer haben eine höhere Sieben-Tage-Inzidenz.

Derzeit liegen 13 Kreise im Land über der 100er-Marke – zwei weniger als am vorherigen Tag. Den höchsten Inzidenzwert hat der Stadtkreis Heilbronn mit 163, am niedrigsten sind die Inzidenzwerte im Alb-Donau-Kreis und im Breisgau-Hochschwarzwald (62).

In der folgenden Tabelle geben wir die jeweils aktuellsten Werte für alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg an und zeigen, wie sich die Sieben-Tage-Inzidenz in den letzten Tagen entwickelt hat. Sie können mit den Pfeiltasten die Tabelle durchblättern, um alle Kreise in Baden-Württemberg angezeigt zu bekommen.

In der Region Stuttgart steigen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder an. Am höchsten ist der Inzidenzwert im Rems-Murr-Kreis mit 118 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Am niedrigsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Böblingen (87). Die Landeshauptstadt selbst liegt mit einem Inzidenzwert von 112 wieder knapp über der 100er-Marke.

Die Karte zeigt die Inzidenzwerte in der Region Stuttgart. Klicken Sie auf den gewünschten Kreis, um detaillierte Zahlen angezeigt zu bekommen.

Verstorbene

Die Zahl der an und mit Covid-19 Verstorbenen reagiert immer erst zeitversetzt auf die Entwicklung der Infektionen. Zurzeit sinkt die Zahl der gemeldeten Todesfälle. Wichtig zu wissen: Die Zahlen beziehen sich auf das Melde-, nicht auf das Sterbedatum.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der mit Corona zusammenhängenden, ans RKI gemeldeten Todesfälle seit März 2020:

Impfungen

Mittlerweile gibt es für fast alle Über-12-Jährigen eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission. Auch Impfstoff und Impftermine sind längst nicht mehr knapp. Seit August werden im Wochenmittel rund 70 000 Dosen pro Tag verimpft. Die Impfquote steigt somit weiter an, wenn auch nur noch langsam.

Das folgende Diagramm gibt den Anteil der einmalig und vollständig Geimpften gerechnet auf die Gesamtbevölkerung aus. Betrachtet man beispielsweise nur die Erwachsenen, dann sind knapp 80 Prozent mindestens einmal geimpft.

Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert – ebenso die Übersicht zu den Corona-Risikogebieten sowie Quarantäneregeln für Reisende.

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