Die örtlichen Stadträte lassen sich bei einer Führung über den Aki neben dem Gemüsebeet und dem Teich auch das Hüttendorf zeigen. Foto: Malte Klein

Die bisherigen Chefs wollen nicht mehr. Der Aktivspielplatz in Steinenbronn steht deshalb vor dem Aus. Mal wieder, möchte man sagen. Vor zwei Jahren kam die Rettung erst in letzter Sekunde.

Steinenbronn - Ob es den Aktivspielplatz (Aki) nach den Sommerferien noch geben wird, ist derzeit völlig offen. Denn es meldete sich bei der Versammlung am Mittwoch niemand, der im Förderverein als erster und zweiter Vorsitzender Verantwortung übernehmen wollte. Nun soll bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 28. Juni erneut versucht werden, einen neuen Vorstand zu wählen. „Wenn sich dann niemand finden sollte, der kandidiert, muss der Verein aufgelöst werden“, sagte die scheidende Vorsitzende Ingrid Brauner. Dann könnte der Aki schnell Geschichte sein. Denn nach der Satzung muss sich der Verein innerhalb von vier Wochen auflösen.

Damit stehen der Förderverein und damit der Aktivspielplatz zum zweiten Mal seit 2016 vor dem Aus. Damals waren letztlich Brauner und Uli Urban eingesprungen, die vor Jahren schon mal den Platz geleitet hatten. Nun läuft ihre Amtszeit aus und die beiden möchten den Spielplatz in neue Hände geben. „Ich bin damals eingesprungen, damit es den Aki weiter geben kann“, sagte Brauner. Sie sei während der Öffnungszeiten fast jeden Tag auf dem Platz gewesen. „Allerdings habe ich meine sozialen Kontakte vernachlässigt und möchte wieder mehr Zeit für mich haben.“ Auch ihr Stellvertreter Uli Urban möchte sein Amt abgeben – aus beruflichen Gründen. „Ich habe gesagt, dass ich es für zwei Jahre übernehme. Wir haben so viel gemacht wie möglich und sind nun zur Übergabe bereit“, sagte Urban. Auch der Schriftführer Philipp Kosbi und die Beisitzerin Heike Lindel möchten sich aus beruflichen Gründen nicht mehr im Aki-Vorstand engagieren. Der Kassier Kurt Lindemeyer macht hingegen weiter.

Auch eine neue pädagogische Leiterin wird gesucht

„Jetzt brauchen wir nur noch jemanden, an den wir den Aki übergeben können. Aber es ist niemand da“, stellte Brauner fest. Sie und ihr Vorstandskollege Urban sagten, sie hätten mit mehr Mitgliedern bei der Versammlung gerechnet. Denn vorher beim Rundgang des Vorstands mit Gemeinderäten waren einige Eltern da. Doch sie blieben nicht.

Gitta Obst (Freie Wähler), Karlheinz Weber (CDU), Antje Lindemeyer (SPD) und Barbara Winkler (Grüne) ließen sich den Platz mit dem neuen Hüttendorf und dem Gemüsebeet zeigen. Kleine Stopps legten sie auch am Fußballfeld, dem Teich, dem Feuerplatz und dem Bauwagen ein. „Pedi hat mit den Kindern diskutiert, wo was hin soll. Dort wo das alte Hüttendorf stand, wollten sie einen Fußballplatz haben“, sagte Brauner. Gemeint ist die pädagogische Leiterin Petra Ksoll-Bornhak, die im Herbst die Leitung eines Kindergartens im Ort übernimmt und nicht mehr im Aki arbeiten wird. „Darum suchen wir auch eine neue pädagogische Leiterin“, sagte Brauner. Der Platz macht einen sehr aufgeräumten Eindruck. Im Schuppen und im Bauwagen hängen alle Werkzeuge ordentlich an Haken. „Als wir den Platz übernommen hatten, war er vermüllt und verdreckt“, sagt Brauner. Sie hätten viel sauber gemacht und das alte Hüttendorf abgebaut. In diesem war es außerhalb der Öffnungszeiten zu einem Unfall gekommen war, weil Pfadfinder aus Tübingen trotz Verbotes einen Steg betreten hatten.

Der Kassier Lindemeyer sagte, dass der Verein nun auch finanziell gut dastehe. „Wir bekommen 35 000 Euro Zuschuss von der Gemeinde. Und wir nehmen mit den Plätzen auf der Sponsorentafel mehr Geld ein, als wir geahnt hatten“, ergänzte Brauner.

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