Aktivspielplatz Raitelsberg im Stuttgarter Osten Helfen statt chillen

Von Caroline Friedmann 

Internationales Gruppenbild: aus Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland Foto: Caroline Friedmann
Internationales Gruppenbild: aus Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland Foto: Caroline Friedmann

Bei einem Workcamp auf dem Aktivspielplatz Raitelsberg im Stuttgarter Osten arbeiten Jugendliche aus vier Nationen mit und bringen das Gelände in Schuss.

S-Ost - In den Sommerferien lieber arbeiten statt am Strand liegen oder mit den Freunden im Freibad abhängen? Für viele Jugendliche dürfte das eine Horrorvorstellung sein. Nicht so für die 15 jungen Leute aus Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland, die zwei Wochen ihrer Ferien im Workcamp auf dem Aktivspielplatz (Aki) Raitelsberg verbringen. Sie arbeiten freiwillig auf dem Gelände mit – und helfen dabei, den Aki schöner zu machen.

Dieser Tage sind die 16- bis 18-Jährigen in Stuttgart angekommen, die sich beim Verein Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten (IBG) um einen Platz im Workcamp beworben hatten. Am ersten Tag hatten sie Gelegenheit, einander kennenzulernen. Und am zweiten Tag ging es dann an die Arbeit. Während des Workcamps sollen die Jugendlichen das Spielhaus des Aki Raitelsberg abschleifen und neu streichen, ein Geräteschuppen soll gebaut werden und auch der Stall für die Tiere soll einen neuen Anstrich bekommen.

„Schwedenlook“ für die Pergola

Die Pergola, erklärt Andreas Pohl, der Erste Vorsitzende des Vereins Aktivspielplatz Raitelsberg, bekomme „einen Schwedenlook“ in Weiß, Grau und Rot. „Durch die neuen Farben soll der Platz etwas strukturierter und einheitlicher werden“, so Pohl. „Auch den Stall wollen wir optisch mehr integrieren.“

All das will Pohl mit der Unterstützung der 15 Jugendlichen innerhalb von zwei Wochen schaffen. Doch bei Temperaturen von mehr als 30 Grad, wie sie derzeit häufig herrschen, dürfte das ein schweißtreibendes Unterfangen für die Teilnehmer des Workcamps werden. „Ich hatte schon gehofft, dass es hier etwas kühler ist als bei mir zu Hause“, sagt die 18-jährige Sara aus Barcelona lachend. „Aber wir werden das schon schaffen.“

Sara hat bereits Erfahrung mit Renovierungs- und Streicharbeiten, wie sie auf dem Aki Raitelsberg nun anstehen. Denn in Nepal, erzählt sie, habe sie gemeinsam mit ihren Eltern schon mal als Freiwillige in einem Waisenhaus mitgearbeitet. Nach Stuttgart ist sie aber alleine gekommen. „Ich wollte etwas Sinnvolles tun und in den Ferien nicht nur faul rumsitzen“, erklärt die 18-Jährige. „Und da wir in Spanien fast zweieinhalb Monate lang Sommerferien haben, dachte ich, zwei Wochen Arbeit können nicht schaden.“ Auch auf ihre Mitstreiter im Workcamp war Sara gespannt. Schließlich kannten sich die Jugendlichen vorher noch nicht.

Interesse an der deutschen Kultur

Doch davon ließ sich auch der 17-jährige Albert aus dem spanischen Terrassa nicht abhalten. Auch er wollte in seinen Ferien etwas für die Gemeinschaft beitragen. „Sonst wird es mir langweilig – und wenn ich helfen kann, tue ich das gerne.“ Albert ist zum ersten Mal in Deutschland. Während des Workcamps, sagt er, wolle er auch die deutsche Kultur kennenlernen. „Das kann ich hier viel besser als wenn ich in einem Hotel wohnen und einfach nur Sightseeing machen würde.“

Der 17-jährige Matthieu aus dem französischen Lyon war zwar schon einige Male in Deutschland. Doch auch er will seine Ferien „etwas anders“ verbringen, neue Leute kennenlernen, reisen und dabei noch etwas Gutes tun. „Außerdem will ich mein Deutsch verbessern und mich interessieren Stuttgart und das Porsche-Museum“, sagt er. Dass er sich während des Workcamps einen Schlafraum mit seinen Mitcampern teilen muss, stört Matthieu überhaupt nicht. „Alle sind sehr nett“, sagt er. „Die Atmosphäre hier ist wirklich gut.“

Redaktion Stuttgart-Ost

Ansprechpartner
Jürgen Brand
s-ost@stz.zgs.de

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