Musicalstar Hannes Staffler („Ghost“) singt beim Streaming-Konzert. Foto: Thomas Niedermüller

„Jetzt müssen wir um unsere eigene Sache kämpfen“, sagt Musicalstar Hannes Staffler, der das Benefizprojekt „Art Support Stuttgart“ mit „Vampir“-Chefdirigent Boris Ritter künstlerisch leitet. Ab sofort wird gesungen, gespendet und gestreamt.

Stuttgart - Endlich! Hannes Staffler, ein gebürtiger Südtiroler mit rockiger Stimme, die gänsehautmäßig reinhaut, freut sich. Endlich kann er mal wieder auf einer Bühne stehen! Sein Publikum wird er nicht sehen, allenfalls im Herzen spüren. Denn die Musicalfans, die wie der Sänger unter Entzugserscheinungen leiden, sitzen daheim vor ihrem Laptop oder am Smartphone.

Das erste Streaming-Konzert des Projekts „Art Support Stuttgart“ startet an diesem Samstag, 25. April, um 19.30 Uhr mit den Auftritten von Hannes Staffler, Boris Ritter und Frl. Wommy Wonder als Gast. Gesammelt wird für Künstler in Not, die in der Corona-Krise durch das Raster der öffentlichen Förderung fallen. Hier der Link für alle, die dabei sein wollen: https://www.facebook.com/artsupportstuttgart/live.

Wechselnde Gäste auf der Bühne des Friedrichsbaus

Mit Boris Ritter, dem Chefdirigenten des Musicals „Tanz der Vampire“, wird Musicalstar Staffler („Ghost“, „Rocky“, „Die Drei Musketiere“, „Two Souls“) künftig regelmäßig wechselnde Gäste auf die Bühne des Friedrichsbau Varietés bitten. Das Ziel ist klar: „Art Support Stuttgart“ ruft zur Solidarität auf. „In normalen Zeiten treten wir Künstler immer wieder ohne Gage bei Charity-Events für verschiedene Organisationen auf“, sagt Staffler, „jetzt müssen wir auch mal um die eigene Sache kämpfen und um Unterstützung unserer Zuschauer bitten.“

Durch das Veranstaltungsverbot wegen der Corona-Gefahr wird es für viele Künstler, aber auch für Techniker und Veranstaltungsmacher immer enger. „Viele verdienen im Monat 0,0 Euro“, sagt der Organisator der Streaming-Konzerte. Frei zugänglich sind die Auftritte aus dem Friedrichsbau, aber um Spenden wird gebeten.

Modehaus Koelbe & Brunotte spendet schon vor dem Start

Ein erster schöner Betrag ist bereits eingegangen, noch bevor die Benefizreihe überhaupt losgeht. Marco Mangold, der Chef der 1882 gegründeten Firma Koelble & Brunotte, eines der letzten kleinen inhabergeführten Modehäuser an der Königstraße, hat beschlossen, die Hälfte seiner Einnahmen aus dem Verkauf von Schutzmasken an „Art Support Stuttgart“ zu spenden – das sind 850 Euro! Die andere Hälfte geht an die Tafel.

2018 hat der 46-Jährige das exklusive Traditionsgeschäft für Damen- und Herrenmode von Herta Kächele übernommen, die 63 Jahre lang die Chefin war und keinen Nachfolger finden konnte. Alle Verträge hatte sie bereits gekündigt. Marco Mangold war auf einem guten Weg und galt mit seinem „Concept Store“ als Geheimtipp – dann kam Corona. Auf ein Onlineangebot hatte Koelble & Brunotte „ganz bewusst“ verzichtet, weil da keine perfekte Beratung möglich sei. Die Schneider des Ateliers nähten in der Zwangspause Designermasken mit trendigen floralen Motiven. Seit vergangenem Montag ist Koelbe & Brunotte wieder geöffnet. Obwohl die Firma während der Schließung Geld dringend gebraucht hätte, beschloss der Chef Marco Mangold, die Einnahmen ohne Abzug zu spenden.

Betroffene bekommen das Geld als Soforthilfemaßnahme

Schirmherr der Streaming-Konzerte ist der Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann. Unterstützt wird das Projekt von Thomas Niedermüller im Bereich Video, Foto, Streaming und von Patrick Fischer im Bereich Ton-, Licht-, und Medientechnik. Auch Marketing-Mann und PR-Experte Philipp Fischer gehört zum Support-Team. Für die Benefizaktion stellt das Friedrichsbau Varieté ihr Spendenkonto zur Verfügung. Das gesammelte Geld soll den Betroffenen als Soforthilfemaßnahme weitergeleitet werden. Das Spendenkonto lautet: Friedrichsbau Varieté Theater gGmbH, Volksbank Stuttgart, IBAN: DE35600901000321760000, BIC: VOBADESS. Betreff: Art Support Stuttgart.

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