Ein seit wenigen Tagen auf dem Aidlinger Venusberg zu sehender Steinkreisel gibt nicht nur Bürgermeister Ekkehard Fauth Rätsel auf.
Aidlingen - Da staunt Stephan Lohberg nicht schlecht, als er dieser Tage auf seinem Spaziergang über den Venusberg die seltsame Anordnung der Steine sieht. Was wohl Erich von Däniken dazu sagen würde? Diese Frage schoss dem Spaziergänger durch den Kopf, als er das seltsame Gebilde ablichtete. Schließlich war es Däniken, der Unerklärliches mit außerirdischen Mächten in Zusammenhang brachte, die heute besser bekannt als Aliens die Mattscheibe bevölkern.
Ein Werk von besonderer Akkuratesse
Nicht nur dem aufmerksamen Spaziergänger gibt der Steinkreisel Rätsel auf. Auch Aidlingens Bürgermeister Ekkehard Fauth runzelt die Stirn: „Erst letzte Woche bin ich an der Stelle vorbei gejoggt und habe noch nichts gesehen“, erinnert sich der Schultes an die Parzelle etwa 200 Meter westlich vom Schafstall auf dem Venusberg. „Das sieht ja fast maschinell gemacht aus“, wundert sich Fauth über die „akkurate Steinschneckennudel“ und mutmaßt, ob da jemand wohl mit dem Erntegerät im Kreis gefahren ist und anschließend die Steine ausgelegt wurden? „Jedenfalls eine feine Sache“, findet der Rathauschef, der den Steinkreisel nicht als Eingriff in die Natur wertet und deshalb auch keine Ermittlungen aufnehmen will.
Auf der Schafweide stört der Kreisel auch den Landwirt nicht
Landwirt Thomas Rott hat seinen Kirchtalhof ganz in der Nähe und besitzt natürlich allerlei Gerätschaften. „Es gibt in unserem Hofladen zwar vieles, aber keine Schneckennudeln aus Stein“, lacht der Gemeinde- und Kreisrat und freut sich über so viel Kreativität, die er manchen Familie an einem sonnendurchfluteten Sonntag durchaus zutraut. Schließlich werden auf dem Venusberg auch immer öfter Steinmännchen aufgetürmt. Und so lange die Anordnungen nur auf den steinreichen Schafwiesen angelegt werden, stört dies auch den Landwirt nicht. Schließlich könnten die Tiere auch darum herum fressen. Auf den angrenzenden Mähwiesen sollte die Kreativität allerdings nicht ausgelebt werden. Dies würde seinen Gerätschaften schlecht bekommen.
Waren vielleicht Kinder vom Kindergarten die Baumeister?
Steinkreise gibt es schon seit Jahrtausenden. Esoteriker schreiben ihnen Kraftfelder zu. Der Steinkreisel also eine Antwort auf die derzeitig grassierende Pandemie? Naturführerin Ursula Kupke kann da nur mit dem Kopf schütteln. „Steine waren anno dazumal nur lästig und nach der Ernte mussten Kinder die Steine aus dem Boden entfernen. So entstanden die Lesesteinhügel und die charakteristischen Heckengäuriegel“, erklärt die Naturführerin, die mit ihren Kollegen schon vielen Kindergartenkindern auf dem Venusberg die Natur näher brachte. Der Lehenweiler Kindergarten sei laut Kupke besonders naturverbunden. Und wer weiß? Vielleicht ist der Steinkreisel ja auch bei einem Kindergartenausflug entstanden.